Weil es gestern so schön war, entschieden wir uns heute nochmal in den Nationalpark zu fahren und diesmal den Küstenweg zu gehen. Weil wir nicht zur vollen Stunde erschienen sind haben wir diesmal ein Taxi genommen. Ich wollte, wirklich keine 40 Minuten warten auch wenns ein schöner Tag war. Am Wegbeginn angekommen hat gleich einmal ein Zorro auf uns gewartet. Das ist ein Fuchs, was mich einigermaßen überrascht hat als ich es zum ersten Mal gehört habe. Wie die benennen ihre Füchse nach dem Zorro?
Nachdem er schön posiert hat ist er irgendwann abgerauscht und plötzlich hat jemand vom Bootsteg aus gepfiffen und der Zorro rennt dort hin. Da war uns klar warum wir schon wieder einen hier gesehen haben. Die füttern die Viecher hier. Eigentlich nicht so super in einem Nationalpark aber was sollen wir machen, wir können ja schwer nicht hinschauen.
Flo ist dann noch 30 Meter gegangen und dann ab in die Trage. Der Weg hat gleich toll begonnen mit Guindowäldern die ein bischen wie Buche aussehen aber viel kleinere Blätter haben. Dazu immer wieder der Blick aufs Meer oder den Strand. Nach 20 Minuten wollte sie aber unbedingt raus. Wir haben zum Glück wieder so eine Golfrasen ähnliche Wiese gefunden wo wir unser erstes Picknick gemacht haben. Danach hat Flo mit den Muscheln und dem Sand gespielt was aber alles in allem über eine Stunde gedauert hat.
Wir sind dann weiter und endlich ist Flo nach ein wenig nutschen eingeschlafen. Wir haben sie vorsichtig in die Rückentrage gehoben aber wie immer ist sie beim Anschnallen aufgewacht. Mittlerweil sind wir zum Glück ein bischen geübt und Karin hat ihr in der Trage sitzend die Brust gegeben und nach einer Minute war sie endgültig weg. Dann sind noch mal alle schnell aufs Klo und los gings.
Ich habe den gestrigen Ausflug noch in den Beinen und auch im Rücken gespürt. Meine Tochter trainiert mich da anständig. Weil wir so mißtrauisch sind lassen wir auch nie den Computer zurück, die Kamera brauchen wir sowieso, plus Wasser und Essen, einen Haufen Flogewand, Buzzidil und Cover. Da kommen inklusive Flo schon mindestens 17 Kilo zusammen. Überhaupt kommt mir tragetechnisch der Name Flo immer weniger passend vor.
Zum Glück bin ich noch jung, die über Dreißigjährigen unter uns sind froh überhaupt wieder gehen zu können.
Der Weg war mit mittlerer Schwierigkeit beschrieben und war auch tatsächlich viel anstrengender als der gestrige.
Weil die Küste teils steil ist, muss man viele Höhenmeter gehen, immer wieder rauf und in den Wald hinein und dann wieder runter zum Meer. Man wird in beiden Fällen belohnt. Im sumpfigern Teil des Waldes besteht er nur aus so einer Art Zimmerpflanze und es gibt sogar in den Felsen gehauene Stufen und aus Holz gezimmerte Treppen.
Also Flo wieder aufwacht können wir sie mit dem Absingen ihrer liebsten Lieder noch eine halbe Stunde besänftigen, dann muss sie aber Lulu. Das machen wir irgendwo im Wald und essen dann dort noch eine Banane, als plötzlich lautlos ein Zorro über den Weg schleicht und im Wald keine 3 Meter neben uns wieder verschwindet. Da ist auch Flora mit offenen Mund dagesessen. Karin war allerdings länger aus dem Häuschen und hat Flora die mittlerweile schon wieder Essen wollte die Banane nicht hingehalten weshalb sie dann mit groß offenen Mund in die Luft gebissen hat.
In einem Steilstück wollte Flora dann unbedingt wieder raus, was aber nicht ging weil es dort zu gefährlich war sie nur im Arm zu tragen. Sie hat sich danach auch nur von Karin beruhigen lassen und ist dann nach ein bischen schimpfen mit uns im Buzzidil auf Karins Rücken eingeschlafen. Lustigerweise 500m bevor wir zum ersten Mal wieder die Straße gesehen haben und hätten nach Hause fahren können. Das letzte Viertel des Weges war aber auch noch sehr schön und so kann man sagen war das ein Glück. Am wirklichen Ende war es dann genau 6 und es kam auch nach 2 Minuten ein Minibus um uns mitzunehmen.
Zuhause hat dann rechtzeitig zum Abendessen Max an die Scheibe geklopft. Er wollte eigentlich noch eine Nacht im Park bleiben aber er hat vor lauter frieren nicht schlafen können. Der Wind hat auch sein Zelt ordentlich durchgeschüttelt.
