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Heute haben wir es geschafft. Wir haben gestern schon alles gepackt, fast das ganze Gewand ausgesucht und den Wecker auf sechs gestellt. Nachdem wir die Bustickets schon gekauft hatten war die Motivation auch größer.
Karin ist so um viertelsieben wirklich aufgestanden und hat die Sandwiches gemacht. Um sieben haben wir dann gefrühstückt und sind dann ab um Bus. Als wir aus der Tür gegangen sind bin ich komplett explodiert als Karin mr dreimal gesagt hat dass ich den Schlüssel dalassen soll. Ich hab ihn schon weggepackt gehabt und wollt ihn nicht rausnehmen. So rückblickend betrachtet wirkt das nicht so tragisch aber in dem Moment hat es Sinn ergeben sich voll aufzuregen. Wirklich. Nachdem ich schon am Ankunftstag geglaubt habe, die Wasserflasche verloren zu haben war ich noch sauerer als sie jetzt wirklich weg war. Sicher wegen dieser Schlüsselsache, da war ich gleich noch wütender und bin zurückgelaufen und siehe da ich hab sie auf der Bank vor dem Hostel liegen lassen.
Trotzdem Karins Schuld habe ich gefunden.

Die Busfahrt war aber dafür sensationell. Zuerst am blautürkisen See entlang un dann am Berg der Peninsula Magellanes. Auf den Zäunen der Estancias saßen insgesamt mehr als hundert Falken und Caranchos und über unseren Köpfen schwebten zwei Kondore. Auf einem der Bäume vor dem Tor des Nationalparks saßen mehr als 10 Falken. Ein Specht oder Eisvogel schaute vom nächsten Baum ganz verängstigt hinüber. Ok das mit verängstigt ist erfunden aber das er rübergeschaut hat konnte ich an seinem langen Schnabel wirklich sehen.

Am Ende wurde Karin leider schlecht und so hat sie sich nichtmal gefreut als auf einmal kurz das blaue Eis des Perito Moreno Gletschers aufblitzte. Nach dem Aussteigen sind wir auch gleich in das Restaurant und haben uns erholt. Nach einer halben Stunde sind wir dann auf die Stege hinunter. Der Anblick des Gletschers ist wirklich unglaublich. Die blaue Farbe des Eises ist nicht glaubhaft für mich. Es wirkt wie ein guter Zaubertrick.
Wir sind die zwei großen Rundwege gegangen was nur eine Stunde dauerte und haben uns dann auf einem der Balkone platziert um das herunterbrechen zu beobachten. Das Problem ist, das wenn man das Geräusch hört, das Spektakel schon vorbei ist. Der meiste Lärm entsteht erstens beim ins Wasser fallen und selbst wenn es vorher ordentlich knackt und kracht, ist die Schallgeschwindigkeit leider unzureichend. Der Lichtgeschwindigkeit sei dank gibt es dafür einen Ausweg, nämlich ohne zu blinzeln angestrengt auf die Gletscherwand zu starren. Wir haben auch wirklich ein paar schöne Abbrüche gesehen und sind dann irgendwann vor der Kälte des Windes geflüchtet. Karin war besonders kalt, weil sie nur ihren Icebreaker mithatte und nicht ihr dickes Fleece. Es war ihr offenbar nicht so klar das der Wind der über hunderte Quadratkilometer Eis zu uns bläst kalt sein würde.

Wir haben also nochmal die Cafeteria frequentiert und es war jetzt auch schon mehr los. Als ich vom heiße Schokolade holen zurückkomme sehe ich das Karin mit einem älteren Ehepaar plaudert und fang dann auch an mit dem Mann ein wenig zu reden. Er ist Zahnarzt und ist von meinem Spanisch so begeistert, dass er mit mir gleich über die Veränderung Europas durch das Ende des kalten Krieges redet. Wie jeder der mich kennt weiß eines meiner Lieblingsthemen. Als wir dann auf unsere weiteren Reisepläne zu sprechen kommen und bemerken, dass wir nach Paranā fahren wollen, laden sie uns kurzerhand zu sich ein weil sie nur 100 km weit weg wohnen und sowieso ein großes Haus haben. Sie haben auch 7 Enkelkinder, vielleicht ist da eines für Flo zum Spielen dabei.

Wieder draußen, will Flora unbedingt selber gehen. Wir machen also langsamst unseren Weg über den Parkplatz zum Beginn der Stege als erst einer, dann zwei und in weiterer Folge noch mehr als 10 Leute uns fragen ob sie sie nicht in ihrem Drachenkostüm fotografieren dürfen. Um Flos internationalem Ruhm nicht im Wege zu stehen sagen wir stets ja, wobei wir von einem Franzosen ein Keks als Abgabe verlangen, das Flora auch sofort verspeist. Ein chinesisches Paar hat sich sogar mit Flora zusammen gegenseitg fotografiert. Sie hat das alles recht lustig gefunden aber eigentlich ganz normal. Was sollen die Leute denn sonst fotografieren als sie, den komischen blauen Eiswürfel da hinten? Vor meinem geistigen Auge spielt es eine Montage ab in der Familien aller Länder sich langweilige Urlaubsdiashows ansehen in der überall ein kleiner grüner Flozilla vorkommt. Und alle sagen Que linda in ihrer Landesprache. Flora Superstar halt.

Zu unserer heutigen Fotosituation kann ich nur sagen, schon wieder kein Akku.

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Ich war heut reiten. Nachdem mein Rücken sich wieder erholt hat und es hier das Angebot gab dacht ich mir, ich probier das auch mal. Da es auch nur 2 Stunden dauert und nicht 4-5 wie das Tauchen mit den Seelöwen dacht ich mir, das schaffen Flo und Roman auch ohne mich.

Da das Reiten aber erst um 17 Uhr losging, machten wir noch einen Spaziergang. El Calafte bietet einiges für Rucksacktouristen. Auf der San Martin (die Hauptstraße, wie ja immer...) reihen sich die Camping und Outdoorgeschäfte neben den Touragenturen auf. Allerdings macht der Tourismus diesen Ort wirklich nicht schöner. Außerdem find ich es sehr befremdlich, das ein Ort an so eienm wunderschönem See sich von diesem abwendet und weder einen Uferweg, noch irgendwas anderes in der Richtung hat. Das Dorf ist sehr weit angelget und die Häußer stehen in sehr weitem Abstand wild über die umligenden Hügel verstreut. Die einzige begehbare Stelle am Ufer ist ein Naturpark. Dort gibt es jede Menge verschiedene Vögel zu sehen. Unter anderem Flamingos. Da ich um 17 Uhr wieder im Hostel sein musste, schafften wir nur ein kleines Stück weil Flo zuerst wieder mal herumg'chaffteln musste (mit Pferdegacki spielen, Steine aufsammeln und mir geben, Blumen pflücken und versuchen zu essen...). Als sie dann müde war und schlafen wollte, war es schon spät und wir mussten zurück.

Um 17 Uhr stieg ich also mutig in den Bus. Es war das erste mal, dass ich etwas ohne meine Tochter unternahm (die Prüfung zählt nicht...). Na gut ich gebs zu: mir war ganz mulmig im Bauch, weil Flo vorher ganz aufgelöst war als ich aus dem Zimmer ging. Dann hat Roman sie geschnappt und ist mit ihr einkaufen gegangen. Das ist sie ja gewohnt. Die beiden machen jetzt ja öffter was alleine. Aber das ich sie im Zimmer alleine gelassen hatte, das wollte sie gar nicht.Also, im Minibus, lernte ich die anderen Reiter kennen. Eine Familie aus Buenos Aires. Also alles Argentinier, die sich schon lebendig mit dem Guide, einem echten Gaucho, unterhielten. Ich verstand kein Wort. Na toll dacht ich. Am Stall angekommen mussten wir erst mal unterschreiben, dass sollten wir uns den Hals brechen, dass sie nicht verantwortlich sind. Dann wurden die Pferde verteilt. Ich bekam Luna. Eine ganz hübsche, liebe Stute. Wenn Roman gemeint hat, man habe ihm 10 Sachen erklärt, so muss ich sagen, das war eh noh viel. Mir wurde gezeigt, Zügel rechts, das Pferd geht rechts, Zügel links das Pferd geht links, Zügel anziehen und das Pferd bleibt stehen.
Im nachhineien, hat auch gestimmt... Der Ausritt war sehr schön. Wir ritten auf eine Anhöhe, von der aus man einen wunderschönen Blick auf den Lago Argentino hat. Am Rückweg hatte ich wieder ein mulmiges Gefühl im Bauch. Als wir dann zurück waren und der Gaucho-Guide anfing Mate auszuschenken, hatte ich den unbendigen Drang einfach nach hause loszulaufen. Ich hab mich dann zusammengerissen und hab lächelnd noch einen Mate getrunken und hab dem Gaucho zugehört wie er Geschichten über wilde Pferde erzählte die er in den Anden jagt. Im Auto war es kein mulmiges Gefühl mehr sondern schon ein Tornado im Bauch. Bei der Ankunft beim Hostal kam mir Roman schon mit Flo im Buzzidil entgegen. Er war ein bisserl bleich um die Nase. Kurz gesagt es ist nicht so super gelaufen für die beiden... Aber das erzählt Roman besser selber. Jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen und Roman ist entmutigt. Hat sich also alles in allem nicht so ausgezahlt.

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Ich hab aus irgendeinem Grund kein Taxi bestellt und bin 10 Minuten vor wir fahren wollten raus und hab eines gesucht. Der Taxistand am Eck war leer, also bin ich hinunter zur San Martin, der Hauptstraße fast jeder argentinischen Stadt. Am Weg dorthin war kein einziges Taxi und ausser einem Polizeiauto gar kein Verkehr. Es war also 8:30 an einem Wochentag, seit 2 Stunden hell und kein Mensch auf der Straße. Nach wildem fluchen und herumrennen seh ich auf der ebengenannten San Martin ein Taxi. Ich renn darauf zu und zu meinem Glück bleibt es auch stehen und lässt den Fahrgast raus.

Am Flughafen angekommen müssen wir aber gleich einmal ordentlich warten weil eine Stunde vor dem Abflug ist noch kein Checkin offen hat. (Karin schreibt) Macht aber nix Flo hatte ihren Spaß. Also wir endlich eingcheckt sind, ist es auf unserem Gate (der Flughafen hat 2) noch dunkel. Wir warten also bei unserem Gate. Draußen stehen zwei schöne neue Flugzeuge, aber leider nicht von unserer Fluggesellschaft. Flo und ich spazieren gemütlich rum und kommen eher zufällig zum anderen Gate. Da stehen zwei Männer und einer ruft (ohne Lautsprecher) unseren FLug auf. Wir hasten hin, das wird uns gesagt wir müssten für Flo noch irgendeine Gebühr bezahlen. Entnervt fragt Roman wo er da hin muss, da erbarmt sich der MAnn und sagt er erledigt das für uns. Als wir dann zum Flugzeug gehen wird mir ein bisserl schwummrig. Da steht sie. Eine winzige Propellermaschine. Schon beim einsteigen ist mir ein bisschen flau im Magen. Ich bereue schon gestern geschrieben zu haben ich freue mich auf den Flug. Aber was solls da muss ich jetst durch. Der Start verlief echt ohne Probleme. Ich war auch relativ entspannt dafür wie kurz die ins Meer endende Startbahn so ist. Als wir dann das estmal landeten, war ich schon nicht mehr so relaxt. So eine kleine Maschiene wackelt ganz anders als eine Große. Ach ja, hab ich schon gesagt das unser Flugzeug ein echter Air-Bus war? Dieses Flugzeug fliegt nicht von A nach B. Nein, es hat "Haltestellen". Beim zweiten Start war auch wieder alles gut, bis wir in ein Luftloch fielen. Davon konnt ich mich irgendwie die ganze Zeit nicht recht erholen.
(Roman schreibt wieder) Der Anflug auf El Calafate war spektakulär. Der türkise See hat von weitem geblitzt und der Rio Gallegos hat sich in endlosen Mäandern den Weg zum Meer gebahnt. In der Ferne konnte man die Vorhügel der Anden und dann die eisbedeckten Gipfel sehen.
Karin hat das alles mit keinem Blick gewürdigt, sie war damit beschäftigt sich nicht zu übergeben. Das hat sie auch geschafft aber am Flughafen war sie dann schon sehr übel drauf.Im Hostel haben wir sofort eine Runde schlafen müssen.
Wieder auf fanden wir raus, das in Calafate nicht gerade viel abgeht. Der Aufenthaltsraum im Hostal Buenos Aires war nett, vor allem wegen der vielen anderen Backpacker die hier waren. Das und die persönliche Hilfe von Carlos dem Chef waren aber auch schon die Highlights.
Nachteile sind bei privatem Bad die Tatsache, das auch bei bemühtem Duschen das selbe zu dreiviertel Naß wird, die millimeterdünnen Zwischenwände, der Klangkörper namens Geschoßdecke und wenn man im Dorm wohn, dass es nur zwei Badezimmer gibt die zugleich auch die Klos sind.
Von Kleinigekeiten wie, dass Kalt und Warmwasser vertauscht sind, oder das die Frühstücksbutter eine widerliche Magarine ist nicht zu sprechen. Karin ist auch überzeugt das es im Bett Flöhe gibt, was aber ich und Flo nicht bestätigen können. Ich glaub eher hyperallergenen Weichspüler.

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Nachdem wir die letzten beiden Tage im Nationalpark gewandert sind, wollt ich meinem Rücken wieder eine kleine Pause gönnen, nachdem er so brav war die letzten Tage. Also haben wir einen Museumstag gemacht. Davon gibt es hier auch wirklich viele... Also haben wir mit Max gleich mal 3 davon besucht.

Zuerst waren wir im alten Gefängnis. Ushuia war eine Strafkollonie, die das Ziel hatte mehr Menschen anzusiedeln.Zuerst kamen die Missionare und missionierte Yamanas, dann kamen die Gefangen die so viel Zivilisation mitbrachte, das sie die Yamanas vernichteten.
Das Gefängnisgebäude ist recht interessant. Die Ausstellung zeigt über die Geschichte der Stadt und den Einfluss des Gefängnisses auf die Entwicklung der Stadt. Die Gefangenen, bauten nicht nur die Strecke des Tren del FIn del Mundo sondern auch viele Gebäude der Stadt. Auch einige berüchtigte Insassen werden vorgestellt. Gruselig... Ein 16 jähriger der in Buenos Aires Kinder ermordet hat...
Flo findet Museum jetzt übrigens super, wo sie überall alleine herumg'aschfteln kann.
Zum Mittagessen haben die Männer Hamburger gemacht und mir zum Hafen gebracht wo ich mit Flo im Buzzidil spazieren war. Zuerst hielt ich das fuur die ur gute Idee, weil es doch so sonnig war, aber als wir dann dort saßen und aßen war es und allen vieren doch eher kalt...

Das Museo del Fin del Mundo (ja, das ist hier ein großes Thema) hat nur einen Raum und vier Nieschen, die jeweils mit "Sala" bezeichnet sind. War auch spannend. vor allem für Flo. in einer der Nieschen gibt es eine Vitriene in der die viele ausgestopfte Vögel ausgestellt sind. das fand sie sehr toll. Da mussten wir gleich mal gaanz lange herumg'schafteln.

Zum Schluss hab ich die Männer dann noch ins Museo de Yamana geschleppt. Da wollt Flo zuerst auch nimmer, dann hat sie aber eine Rampe entdeckt, die sie dann auf und ab, auf und ab, auf und ab ging. Auch Max musste dann schon zum Handhalten herhalten.

Jetzt genießen wir noch den letzten Abend in unserem zu hause am Fin del Mundo. Morgen geht es weiter nach Calafate. Ich freu mich dass wir diesemal nicht den Bus nehmen sondern fliegen.

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Weil es gestern so schön war, entschieden wir uns heute nochmal in den Nationalpark zu fahren und diesmal den Küstenweg zu gehen. Weil wir nicht zur vollen Stunde erschienen sind haben wir diesmal ein Taxi genommen. Ich wollte, wirklich keine 40 Minuten warten auch wenns ein schöner Tag war. Am Wegbeginn angekommen hat gleich einmal ein Zorro auf uns gewartet. Das ist ein Fuchs, was mich einigermaßen überrascht hat als ich es zum ersten Mal gehört habe. Wie die benennen ihre Füchse nach dem Zorro? 

Nachdem er schön posiert hat ist er irgendwann abgerauscht und plötzlich hat jemand vom Bootsteg aus gepfiffen und der Zorro rennt dort hin. Da war uns klar warum wir schon wieder einen hier gesehen haben. Die füttern die Viecher hier. Eigentlich nicht so super in einem Nationalpark aber was sollen wir machen, wir können ja schwer nicht hinschauen.

 

Flo ist dann noch 30 Meter gegangen und dann ab in die Trage. Der Weg hat gleich toll begonnen mit Guindowäldern die ein bischen wie Buche aussehen aber viel kleinere Blätter haben. Dazu immer wieder der Blick aufs Meer oder den Strand. Nach 20 Minuten wollte sie aber unbedingt raus. Wir haben zum Glück wieder so eine Golfrasen ähnliche Wiese gefunden wo wir unser erstes Picknick gemacht haben. Danach hat Flo mit den Muscheln und dem Sand gespielt was aber alles in allem über eine Stunde gedauert hat. 

 

Wir sind dann weiter und endlich ist Flo nach ein wenig nutschen eingeschlafen. Wir haben sie vorsichtig in die Rückentrage gehoben aber wie immer ist sie beim Anschnallen aufgewacht. Mittlerweil sind wir zum Glück ein bischen geübt und Karin hat ihr in der Trage sitzend die Brust gegeben und nach einer Minute war sie endgültig weg. Dann sind noch mal alle schnell aufs Klo und los gings. 

 

Ich habe den gestrigen Ausflug noch in den Beinen und auch im Rücken gespürt. Meine Tochter trainiert mich da anständig. Weil wir so mißtrauisch sind lassen wir auch nie den Computer zurück, die Kamera brauchen wir sowieso, plus Wasser und Essen, einen Haufen Flogewand, Buzzidil und Cover. Da kommen inklusive Flo schon mindestens 17 Kilo zusammen. Überhaupt kommt mir tragetechnisch der Name Flo immer weniger passend vor.

Zum Glück bin ich noch jung, die über Dreißigjährigen unter uns sind froh überhaupt wieder gehen zu können.

 

Der Weg war mit mittlerer Schwierigkeit beschrieben und war auch tatsächlich viel anstrengender als der gestrige.

Weil die Küste teils steil ist, muss man viele Höhenmeter gehen, immer wieder rauf und in den Wald hinein und dann wieder runter zum Meer. Man wird in beiden Fällen belohnt. Im sumpfigern Teil des Waldes besteht er nur aus so einer Art Zimmerpflanze und es gibt sogar in den Felsen gehauene Stufen und aus Holz gezimmerte Treppen.

 

Also Flo wieder aufwacht können wir sie mit dem Absingen ihrer liebsten Lieder noch eine halbe Stunde besänftigen, dann muss sie aber Lulu. Das machen wir irgendwo im Wald und essen dann dort noch eine Banane, als plötzlich lautlos ein Zorro über den Weg schleicht und im Wald keine 3 Meter neben uns wieder verschwindet. Da ist auch Flora mit offenen Mund dagesessen. Karin war allerdings länger aus dem Häuschen und hat Flora die mittlerweile schon  wieder Essen wollte die Banane nicht hingehalten weshalb sie dann mit groß offenen Mund in die Luft gebissen hat.

 

In einem Steilstück wollte Flora dann unbedingt wieder raus, was aber nicht ging weil es dort zu gefährlich war sie nur im Arm zu tragen. Sie hat sich danach auch nur von Karin beruhigen lassen und ist dann nach ein bischen schimpfen mit uns im Buzzidil auf Karins Rücken eingeschlafen. Lustigerweise 500m bevor wir zum ersten Mal wieder die Straße gesehen haben und hätten nach Hause fahren können. Das letzte Viertel des Weges war aber auch noch sehr schön und so kann man sagen war das ein Glück. Am wirklichen Ende war es dann genau 6 und es kam auch nach 2 Minuten ein Minibus um uns mitzunehmen. 

 

Zuhause hat dann rechtzeitig zum Abendessen Max an die Scheibe geklopft. Er wollte eigentlich noch eine Nacht im Park bleiben aber er hat vor lauter frieren nicht schlafen können. Der Wind hat auch sein Zelt ordentlich durchgeschüttelt.

 

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Wir haben uns entschieden Max in den Nationalpark zu begleiten. Er will für zwei Nächte dort bleiben und campen.
Wir nahmen einen Minibus, der uns an der Stelle ansetzte wo der Weg zu einem Mirador losging. Also stiegen wir aus und da war sie plötzlich: Stille. Ganz anders als ich es von zuhause vom wandern gewohnt bin. Für einige Momente war wirklich Nichts zu hören. Nahc einiger Zeit störte ein Auto die Stille und dann wieder Nichts. Beeindruckend. Ein total schöner Weg führte uns durch saftiges ganz dichtes hohes Gras zum Wald. Ein Knusperwald wie Roman sagen würde. Ich hatte das Gefühl Rotkäpchen müsste jederzeit um Eck kommen. Vogelgesang lie uns aufhorchen und nach den Quellen suchen. Erst da bemerkten wir das um uns hunderte von kleinen Vögel waren die die umliegenden Bäume nach Nahrung absuchten. Es muss so eine Art Specht gewesen sein. Flo war begeistert. Ich auch.Beim Aussichtsplatz angekommen versuchten wir mit selbstauslöser ein Foto von uns 4 zu machen und hatte riesen Spaß dabei wie man sieht...

Als wir uns dann auf den Weg zur Laguna Negra machten bekam Flo hunger. Also setzten wir uns auf ein Bankerl und machten Pause. Auf einer Bank ein paar Meter entfernt saß ein Argentinier und aß auch seine Jause.Ich hab es gar nicht so mitbekommen wie er hergekommen ist, aber auf einmal war da ein riesiger Carancho. Ein Falke und erbettelte sich etwas von der Jause des Argentiniers. Einerseits find ich es natürlich voll übel, dass die Tiere hier alle gefüttert werden von den Besuchern obwohl man immerwieder darauf hingewiesen wird dass man das nicht darf und soll und so aber andererseits, war es ein wahnsinn dieses Tier so nah beobachten zu können. Flo ist total ausgerastet. Sie ist dem Vogel, der fast so hoch war wie sie selbst. immer hinterher. der Vogel hat sie erstaunlich Nahe an sich herangelassen ist dann aber natürlich auch immer wieder weg. Es war ein herrliches Schauspiel. An der Laguna Negra angekommen hatte Flo dann keine Lust mehr und ich nahm sie ins Buzzidil. So schlief sie dann wirklich lange.Zun aufwachen hat sie sich einen zauberhaften Ort an der Laguna Verde ausgesucht das Gras war dort so saftig grün und ganz weich. Fast wie Moos. Max kletterte auf einem alten Steg rum und Flo gefiel das. uuberhaupt mag sie Max glaub ich mitlerweile sehr . Jetzt nimmt sie ja auch schon seine Hand zum gehen. So kommt man halt zu einem Onkel in La Plata. Wir machen uns wieder auf den Weg und Max macht ein paar zwischenstopps um sich mit Schildern zu fotografieren. Wir liefern ihn am Campingplatz ab und nehmen den nächsten Minibus nach hause. War komisch in eine leere Wohnung zu kommen. So ganz ohne Max...

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Die Nacht war mal wieder megaanstrengend weil Flo immer wieder herumgewuzzelt und geweint hat. Vielleicht träumt sie hier schlecht. Irgendwann ist auch die Windel ausgeronnen und in der Früh hat Karin sie dann um 6 oder so auf den Topf gesetzt. Letzenendes haben wir bis 10 oder so geschlafen, haben uns aber trotzdem fertig gefühlt.

Angenehmer Nebeneffekt, war, dass Max schon auf war und das Frühstück geholt hat.

Danach sind wir raus um die Wäsche in die Wäscherei zu bringen und einen Ausflug für morgen zu bestellen. Weil aber Sonntag war hat die Wäscherei zu gehabt. Zum Glück ist sie nur einen Block entfernt. 

Wir haben dann am Hafen gleich für heute eine Bootsfahrt gebucht. Schließlich geht es Karin schon viel besser, und sie muss ja nicht wirklich weit gehen bei sowas.

Das Boot war ein Katamaran mit Platz für vielleicht 70 Personen. Es waren aber höchstens die Hälfte der Plätze voll. Wir sind zuerst zu einer Kormoraninsel gefahren. Flo hat sich am Weg gleich viele neue Freunde gefunden. Alle wollten gerne mit ihr spielen. 

Der Beaglekanal ist wirklich schön anzusehen, die Berge auf allen Seiten wirken unglaublich sind aber nicht sehr hoch. Der Höchste ist nur 1450 Meter. Weiter am Programm waren noch eine kleine Kolonie von Seelöwen und der Leuchtturm. Nach unseren Ausflügen weiter nördlich hat uns das aber nicht von den Socken gehaut.

Die Fahrt zur Pinguininsel hat dann eineinhalb Stunden gedauert. Dort war es aber wirklich schön. Wir sind enttäuscht gewesen, dass wir nicht vom Boot runterkonnten aber es ist am Strand angelandet und die Pinguine waren so lieb und sind rund herum gestanden. Zuerst haben die Magellanpinguine die es wie immer zum Sau oder besser Seelöwenfüttern gibt, eine coole Schwimmshow hingelegt. Sie sind im Rudel auf die Seite des Schiffs zugeschwommen, so dass ständig einige aus dem Wasser gesprungen sind. Ich glaub das ist eh normal wenn sie Vollgas geben aber ich hab das noch nie so gesehen, das Becken in Schönbrunn ist halt nur eine bessere Vogeltränke. Ein paar Meter weiter haben wir dann auch Gentoo Pinguine entdecken können. Die gehören zu einer dritten Gruppe von Pinguinen die wir noch nicht gesehen haben. Die Vierte gibts nur in der A..ntarktis.

Die Gentoos haben extrem orange Schnäbel und Füsse. Schauen aus wie Gummiflossen. Wie ich einen von der weite ein paar Mal mehr schlecht als recht fotografiert habe ist dann der Kamerakku leer. Nur einen Akku für die Kamera mitzuhaben ist sicher eine der schlechtesten Entscheidungen der Reisevorbereitung gewesen. Vor allem wenn man bedenkt, dass so ein Akku einen zwanziger kostet.

Irgendwann ist einer der Gentoos aber dann neben dem Schiff ins Wasser gegangen und das war dann schon was anderes. Wenn man nur diese kleinen Piepser sieht versteht man ja nicht wieso Pinguine angeblich so superschnell im Wasser sein sollen, aber der Gentoo ist herumgefetzt wie ein Torpedo nur mit ständigen Richtungsänderungen. 

Später sind weiter weg eine ganze Gruppe vom Meer reingekommen und man hat gesehen das sie auch aus dem Wasser springen wenn sie schnell genug schwimmen. Nur halt viel weiter als die Magellanpinguine.

Karin war mit Flo am Oberdeck des Katamarans und von dort hat Flora zu mir runtergelacht. Die Pinguine gefallen ihr auch wirklich. Ich glaub wir legen uns einen kleinen für die Badewanne zu. So kalt mögens die eh garnicht.

Die Rückfahrt war unspektakulär bis auf ein tolles Exemplar der Mondillusion. Ich schwöre der Mond war mindestens dreimal so groß wie normal als er hinter unserer Heckwelle (gibts sowas?) aufgetaucht ist. Und ziemlich rot.

Am Foto kommt das nicht so aber alle waren ganz hin und weg. Ausser Flo die hat geschlafen und Karin, die hat deswegen nicht raus können. 

 

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Nach Karins letzter Session beim Osteopathen ging es ihr wieder besser und wir konnten einen längerenSpaziergang unternehmen. Flo ist am Hafen super herumgerannt, die Stiegen an unserer Hand rauf und runter. Irgendwann ist sie wie an den letzten 2 Tagen auch voll auf die Birne geflogen.

Sie ist dann eingeschlafen und ich hab sie weitergetragen. Am Weg zum Friedhof haben wir uns als Tangotänzer ablichten lassen. Leider wirft Karin ihren Kopf nicht in den Nacken und die Fotografin war auch mittelmäßig.

Am Friedhof haben uns die Kindergräber ganz schön mitgenommen. Mich besonders eines wo das Kind jünger war als Flora jetzt ist als es gestorben ist. Als sie wieder aufgewacht ist hat sie uns zum Glück gleich auf andere Gedanken gebracht.

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Ich kann mich nicht mehr erinnern was wir an diesem Tag sonst noch gemacht haben, aber auf jeden Fall haben wir den Tren del Fin del Mundo genommen.
Max hatte noch nichts vor und hat uns begleitet. Wir dachten, das sei etwas was auch eine alte Frau wie ich machen kann. Also fuhren wir mit einem Remis zum Tren. Das ist eine ganz putzige kleine Dampfeisenbahn die einen in den Nationalpark bringt. Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde. Wir dachten uns, das ist ja nett. Also Tickets gekauft und hineingestzt in die Spielzeugbahn.Nach etwz 5 Minuten hieß es austeigen und Sachen anschauen. Ein Wasserfall den Berg rauf und den Hügel runter ein paar Infos zu den Yamans. Aber bevor wir uns das anschauen durften, musste Flo noch für einen Fotoshoot mit der Schffnerin herhalten. Die Männer sind mit Flo den Berg rauf, ich wollte lieber nicht also bin ich runter. Schön aber nicht spektkulär. Als dann endlich wieder alle im Zug waren, nach einer 1/4 Stunde war dann auch schon wieder vorbei. Wir waren alle drei ein bisserl verdattert als es hieß Endstation, wollt ihr wieder mit zurück? Wir verneinten. Denn jetzt wollten die änner den Park sehen... Zuerst war ich sauer, weil mein Rücken grad am heilen war und ich so gar keine Lust hatte, aber ich ging halt mit. Gleich oberhalb des "Bahnhofs" ist eien Straßenkreuzung. Dort war ein Plan des Parks und wir wollten uns orientieren wo wir sind wo wir jetzt hinkönnen. da bleibt ein Minibus stehen und die Fahrerin fragt uns wo wir hinwollen. Sie empfielt uns, wenn wir nicht viel gehen will zum Largo Roca zu fahren. das machen wir. Angekommen sehen wir den schönsten Campingplatz. Am Ufer des Sees in einem Märchenwald. Wir setzten uns in die Cafeteria weil wir alle schon ein bisserl granteln weil wir alle hunger haben. Ich bin nervös weil ich wieder Schmerzen habe. Flo spürt das und will einfach nicht bei mir einschlafen. Roman schnappt sie und geht mit ihr raus. Sekunden später ist sie eingeschlafen...

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Karin hat mich überzeugt mit Max reiten zu gehen. Oder cabalgatas machen wie die das hier nennen was aber nichts mit Kabelkatzen zu tun hat. Leider.

Nachdem uns der französische Tourguide den wir beim Osteopathen kennengelernt haben empfohlen hat direkt zum Centro Hipico zu gehen und dort nach Adolfo zu fragen haben wir das gemacht. Fast jede Agentur bietet reiten an aber die werden doch nicht alle ihre eigenen Pferde haben.

Als wir dort um 11 ankommen bekommen wir leider mitgeteilt, das wir erst um 14:30 losreiten können. Für die direkte Buchung bekommen wir aber einen Diskont von 20 Pesos was so ungefähr der Taxifahrt entspricht, der ganze Spaß kostet also 160 Pesos pro Nase. Flo hätte auch mitreiten können im Buzzidil aber das würd ich mich glaub ich nichtmal trauen wenn ich reiten könnte und Karin sowieso nicht mit ihrem Kreuz.

Nachdem wir wieder dort ankommen begrüsst uns eine junge blonde Dame die mich fragt woher ich komme. Als ich sage woher fragt sie mich gleich ob ich auch Deutsch verstehe. Sie heißt Antje, ist aus Chemnitz und hat ein Semester in Buenos Aires studiert. Sie macht hier ihr Praktikum in Languages and Business Administration als Reitguide.

Nach ein paar Minuten führt sie uns zu den Pferden und fragt wer ein weißes will. Ich sag gleich ja und lande so bei Zodiac einem Hengst. Von einer Kiste steige ich auf seinen Rücken und es ist erst garnicht so übel. Nach kurzer Einführung in die Reitkunst sollen wir einmal warten. Max bekommt eine braune Stute namens Florinda.

Es kommen noch drei weitere Todesmutige aber die lassen sich Zeit. Es gibt aber leider nicht einmal Mate um die Zeit zu überbrücken. Unsere Mitreitenden erscheinen endlich und es ist eine winzige Inderin und zwei kleine Chinoamerikanerinnen. Das ist ein guter Tag für die Pferde. 

Es geht sofort einen Abhang runter und Zodiac ist der festen Ansicht, dass die anderen Pferde zu langsam reiten und muss sie deshalb überholen. Da hab ich mich erst mal gefürchtet. Nachdem er dann auch gerne mal einen anderen Weg nehmen wollte als die anderen hat Antje  gesagt, dass ich mich mal durchsetzen soll. Das hat geholfen.

Ich hab einfach fester an den Zügeln gezogen, damit er nicht abrauscht und schon war er ganz brav. Nur bergauf hat er immer furchtbar gebuckelt. Die anderen sind sanft hinaufgetragen worden und ich bin auf Zodicas Rücken auf und abgehüpft.

Mein Kampf mit dem Ross zu Beginn hat sich aber im Laufe des Ausritts bezahlt gemacht weil ich so gleich mitgelernt habe ihn vom Essen und willkürlich stehen bleiben abzuhalten. Florinda ist dauernd stehengeblieben und Max, seines Zeichens Vegetarier der Tierleid nicht aushält, war nicht fähig ihr die Sporen zu geben. Nachdem es Antje zuerst mit spöttischem Humor probiert hat, hat sie mich dann beauftragt hinter ihm zu reiten und Zisch- und Knacklaute von mir zugeben wenn sie wieder nicht weiterwill. Das hat irgendwie funktioniert, aber vielleicht auch nur weil sie wusste, dass ihr Zodiac auf den Hintern schaut während sie gerade mampft. 

Wir sind dann zum Meer hinuntergeritten, wo es mir kurz gelang mein/en Zodiac zu wassern, was Antje fotografisch festhielt. Am Rückweg wollte ich ihn immer dazu bringen einmal schneller zu laufen. Einmal ist er 5 Schritte getrabt aber ich hab mich dann doch nicht mehr getraut. Wahr wahrscheinlich besser so.

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Während Roman sich hoch zu Ross die Umgebung ansah, bevorzugten Flo und ich eine Tour mit einem alten Doppeldecker. War ganz witzig und hat die Zeit allein verkürzt (mein Rücken tut immer noch höllisch weh). Damit eine Stadttour hier eine Stunde dauert, muss der Bus 2,3 mal für 5-10 Minuten Fotopause stehenbleiben...

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