Tue

Tante Sara

Wir haben in dieser schönen Stadt etwas gefunden was sie noch schöner macht. Tante Sara.

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Also erstens, ja hier gibt es nicht nur Restaurants die Tia Irgendwas heißen sondern allen Ernstes Tante Irgendwas. Es gibt überhaupt ein paar deutsche Sachen hier, eine Straße ist nach dem Deutschen Günther Plüschow benannt, der hier die erste Flugpost zugestellt hat und dann in einen See abgestürzt ist und den Argentiniern für alle Zeit für sie unaussprechliche Straßennamen hinterlassen hat. 

Aber genug des Abschweifens, diese Tante Sara macht jedenfalls die besten Medialunas in Argentinien. Es gibt dort auch sehr gute Tramezini die laut Kellner aber nicht so heißen, sondern Sandwich (Ssendwuisch). Nachteilig ist, dass die Kaffeequalität mittelmäßig ist, dafür echt heiß. Alle Mitarbeiter finden Flo toll und wenn ich mit ihre Frühstück holen gehe bekommt sie immer so einen Blätterteigwürfel als Wegzehrung. Der ist eigentlich nicht so lecker aber sie stürzt sich gleich drauf. Also falls ihr es mal nach Ushuaia schafft, was ich sehr empfehlen kann, dann Ecke San Martin, Rivadavia und noch ein bischen nach Osten auf der San Martin ist schon das zweite Haus. Ich beschreib das deshalb so detailliert weil mir Max einmal eine seiner supergenuschelten Wegbeschreibungen gegeben hat und ich in aller Früh 20 Minuten jeden Block im Umkreis von 2 Straßen abgegrast habe und es nicht gefunden hab. Als ich dann mit meinem trockenen Brot aus dem Supermarkt angekommen bin war ich so grantig, dass der ganze Tag hinüber war.

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Am Nachmittag war ich mit Flo Rucksack schauen. Wir haben nämlich beschlossen, dass das Experiment größeres Daypack ein Erfolg war, der 10 Euro Chinarucksack, der nach 2 Tagen das erste Loch hatte aber keine Zukunft hat.

Ich hab daher alle Outdoorshops abgegrast und im Internet die Modelle recherchiert. (Wieso find ich es einen unpassenden schlecht eingedeutschten Anglizismus hier researcht schreiben aber das selbe in Französisch kommt mir nicht Spanisch vor?) Ich hab mich dann für einen Salomon 20XA entschieden weil er noch bezahlbar ist und nur 462g leer hat. Ausserdem passt das Macbook Air super in das Trinkblasenreservoir. Flo hat das alles mäßig spannend gefunden und war nur vom rumrennen auf der Straße und dem Geschäft mit den Halbedelsteinstatuen begeistert. Hunderte geschnitzte Tiere in bunten Farben. Sie ist vor der Schaufensterscheibe gestanden und hat gequietscht. 

Leider weiß sie nicht, daß die nicht für Kinder zum Spielen sondern für mittelalterliche Frauen mit OCD zum ins Regal stellen sind. Aber bitte hinter Glas sonst hat man den Staub ja überall.

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Flo ist zum Glück noch nicht sehr materialistisch sondern eher erfahrungsorientiert. Das hat sie beim Spaghettiessen auch ordentlich auskosten können. Allein ihr Anblick war für mich eine Erfahrung und für Max glaub ich auch.

 

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So 13.3.2011
Karins Rücken tut immer noch höllisch weh. Wir waren trotzdem eine Stunde spazieren und sind am Meer auf den Bänken gesessen. Flo war leider nicht gut drauf, obwohl drei Schwestern zwischen 6 und 10 um sie herumgewieselt sind. Obwohl das schon unser fünfter Tag hier ist, war Karin zum ersten Mal am Meer. Wenigstens hat sie einen schönen Tag dafür erwischt.

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Sa 12.3.2011
Keine Ahnung was wir heute so gemacht haben, aber ich hab dieses Video gefunden. Ich glaub wir haben es lustig gehabt.

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Do 10.3.2011geweckt wurden wir um 6 uhr morgens von einem besorgeten anruf meines papas, der von einer tsunami warnung für feuerland gehört hatte und sich sorgte. roman befragte das internet zu diesem thema und schlief gleich noch eine runde. als wir dann schließlich aufstanden sahen wir die bilder von japan im fernsehen. entsetzlich!zuerst hieß es, dass die welle auch an die pazifikküste von feuerland kommen würde. doch es gab bald entwarnung.

also wir haben jetzt eine wg :-) max macht keine anstallten zu gehen. uns ist es auch recht, weil so das quartier günstiger wird und er ein echt angenehmer zeitgenosse ist. sein mate schmeckt auch viel besser als wenn wir ihn selber zubereiten... da ich immer noch riesig schmerzen hab, besteht unser tagesprogramm aus nix tun und drauf warten dass ich morgen endlich zur therapie gehen kann.

Fr 11.3.2011
roman hat einen zimmerkoller und musste abenteuer machen. aber davon soll erlieber selber erzählen.

Irgendwie war ein ganzes Monat mit Family jeden Tag glaub ich zuviel für mich. Ich war echt grantig in der Früh, ohne wirklichen Grund eigentlich und Karin hat mich dann rausgeschmissen. Ich wollt sowieso Mountenbiken gehen und sie hat mich, wie soll ich sagen, sehr dazu angeregt das jetzt endlich zu machen.Draussen hab ich mich dann aber überhaupt nicht danach gefühlt in den Shop zu gehen und mit dem diese ganzen Verleihsachen zu machen und bin deshalb einfach mal die Küste entlang gegangen.
In der Früh hat Karin mich darauf aufmerksam gemacht, dass es auf den Bergen frisch geschneit hat und sogar auf einem der weniger hohen den wir von unserem Wohnzimmerfenster aus sehen lag Schnee. Als ich diesen Berg dann so von der Küstenstraße aus gesehen habe, hat mich der Wunsch gepackt dort raufzugehen.Ich hab dann irgendwann eine Strasse in Richtung bergauf eingeschlagen und bin in einem Vorort gelandet von wo aus ich den Berg sehr gut sehen konnte. Vor ihm steht noch ein kleinerer Hügel auf dem ein Hotel trohnt. Ich war dann ein bischen unglücklich, dass ich keine Strasse finden konnte die direkt dort hin führt obwohl es doch klar so aussah, als ob da nicht viel dazwischen ist. Daher bin ich dann bei einer kleinen Ferienhüttensiedlung direkt auf diesen kleineren Hügel zugegangen und bald an einem Zaun gelandet. Ich hab mir gedacht, das dahinter sicher so eine Art Weide ist, weil ich auch Pferde sehen konnte. Beim Zaun war auch eine Art Leiter so dass ich gut drüberklettern konnte. Nach so hundert Metern war dann aber noch ein Zaun. Dem bin ich ein Stück gefolgt als ich plötzlich in einem Zauneck stand. Ich wollt aber nicht aufgeben und bin daher auch über diesen Zaun gesprungen. Nachdem es leicht abschüssig war und ich ohne wo anhalten über den Stacheldraht gesprungen bin hab ich schon gewusst , dass zurückgehen jetzt irgendwie mühsam wird.
Leider bin ich bald vor dem nächsten Zaun gestanden. Der war dann wirklich hoch, also so 1.75m. Auch mit Anlauf war da also mit rüberspringen nix. Ich hab den nächsten Baum zum Anhalten verwendet und bin dann den Zaun hochgeklettert. Oben hab ich mich zum Glück gut auf den Baum stellen können und bin dann rübergesprungen.
Nach 500m ist es dann so richtig steil runtergegangen und ich hab unten auch Häuser oder Hütten gesehen. Nachdem ich nicht irgendjemandes Privatsphäre stören wollte und auch keinen Ärger wollte, bin ich auf der oberen Kante weitergegangen, bis ich wenigstens 200m von der nächsten Hütte runtergegangen bin. Unten war aber eine naße Wiese und weil es sehr steil war bin ich gleich mal ordentlich gerutscht. Als ich wieder aufgestanden bin hab ich gesehen, dass da schon wieder ein Zaun ist, und dahinter dann ein Fluß. Da hab ich dann auch endlich verstanden warum die Straße nicht einfach da entlang geht, hehe.
Der Zaun hat einen recht dicken Baumstamm als einen seiner Pfosten gehabt auf den ich dann raufklettern konnte. Nachdem das alles Maschendrahtzaun ist, kann man sich ja dann gut reinstellen, man muss nur wegen dem Stacheldraht oben aufpassen. Der Fluß war natürlich ein Problem, weil ich irgendwie rübermusste aber auch gut weil Flußufer normalerweise ja nicht im Privatbesitz sind. Ich hab dann nur 100 Meter weit weg eine kleine Brücke gefunden. Die war zwar ziemlich russisch gemacht, so aus alten Kabelrollen für die Straße und mit Zement ausgegossenen Fässern, aber besser als waten. Als ich auf die andere Seite komme sehe ich einen Hund und nehm mir gleich 2 große Steine damit ich ihn bewerfen kann fals er aus dem Zaun rauskann.
Glücklicherweise hat er das nicht gemacht. Ich glaub sonst hätter er mich einfach gefressen. Er hat mich locker 50 Meter den Zaun entlang verfolgt und mich so angebellt und gefletscht, dass meine Hose leicht naß wurde. Dann hat ihn zum Glück sein Besitzer der in einer der Hütten wohnte zurückgepfiffen. Nicht zu früh weil 20 Meter weiter hatte der Zaun dann eine offene Stelle. Ich wär wahrscheinlich ins Wasser gesprungen, war ja nicht so tief und der Hund wollte ja glaub ich nur sein Revier verteidigen.Nachdem ich mich jetzt definitiv nichtmehr getraut habe dort über den Zaun zu klettern blieb mir nichts anderes über als am Fluß weiterzugehen. Nach ein paar hundert Metern ist dann ein weiterer kleinerer Fluss in den anderen geflossen. Die Landbesitzer haben über den einfach den Zaun drübergebaut. Ich stand also vor der Wahl entweder durch den kleinen Fluß zu waten, wobei ich mich am Zaun hätte anhalten können oder über ebendiesen zu klettern.
Trotz Angst vor weiteren Killerhunden habe ich mich entschlossen den Zaun zu nehmen. Der Fluß führt einfach nicht in die Richtung in die ich wollte und irgendwann hätte ich also sowieso drübergemusst.
Die Entscheidung war auch garnicht schlecht, weil ich bald einen Weg fand der mich nach 10 Minuten auf eine Straße brachte, von der ich das Hotel und meinen Berg sehen konnte.
Von der Straße zweigte ein Weg ab der mir direkter erschien. Ich folgte ihm und kam nach einer Viertelstunde bergauf im Wald auf eine Art Weide. Dort folgte ich einem Zaun bergauf und stieß wieder auf die selbe Straße, nur wohl ein paar Serpentinen weiter oben. Ich konnte jetzt auch sehen, dass das Hotel genau wie die Straße erst in Bau waren und entschloss mich daher, auf direkten Wege auf meinen Berg zuzugehen. Das Hotel war ohnehin nicht sehr hoch und ich wollte doch rauf zum Schnee. Nachdem aber die Sonne schien und es immer wieder recht warm war, wenn kein Wind ging bekam ich Angst das der wohl schmelzen würde bevor ich oben ankäme.In Richtung Berg ging es gleich einmal ordentlich bergab. Das war natürlich nicht so toll. Am tiefsten Punkt war eine extrem nasse Wiese. Es lagen ein paar umgefallene Bäume drinnen aber leider keiner lang genug damit ich ganz rüberkonnte. Ich ging so vorsichtig wie ich konnte aber die Wiese hatte immer wieder Löcher und meine Schuhe wurden nass. Dafür konnte ich den interessant ausgetrockneten Krater eines vom Wind umgerissenen Baumes sehen.
Hinter der Wiese ging ich im Wald hoch und fand dort nach ein paar Minuten einen Weg.Der führte in die Richtung der weniger steilen Flanke und ich folgte ihm ein Stück. Irgendwann ging er mir aber zu weit bergab und ich entschloss mich einfach durch den Wald raufzugehen.
Dank Sonne und iPhonekompass konnte ich ja ganz gut sagen wo ich hinmusste. Im Wald wurde es dann immer steiler und der Schweiß rann mir ordentlich runter. Nach einer Viertelstunde oder so hab ich dann zwei Plastikbänder um Bäume gefunden und wähnte mich schon auf einem Weg. Die "Markierungen" wiederholten sich aber leider nicht.Langsam wurde ich auch müde und begann darüber nachzudenken ob das alles so gescheit ist was ich da machte. Erstens hatte ich kein Handynetz mehr und zweitens musste ich auch in damals glaube ich 3 Stunden mit Karin bei ihrem Physiotherapeuten sein. Außerdem habe ich aus irgendeinem Grund kein Wasser mitgenommen.
Der Weg bis hier hatte aber nur eineindreiviertel Stunden gedauert und den Großteil davon konnte ich beim Rückweg mit dem Taxi machen. Auf der Straße die ich zwei mal gekreuzt habe sind mir auch Autos aufgefallen und in Argentinien nimmt einen schnell einer mit. Nachdem wir hier ja am Ende der Welt sind fahren auch alle Leute in meine Richtung.
Das hat mich dann aufgebaut und ich bin einfach weiter den Wald hinauf. Nach 20 Minuten hab ich endlich die Sonne gesehen. Meine Motivation hatte mich schon fast verlassen, aber das gab mir Auftrieb. Als ich es endlich bis dorthin geschafft hatte stand ich allerdings vor einem Latschenfeld. Positiv war, dass es Laubbäume waren die hier verlatscht waren. Die stechen wenigstens nicht. Ausserdem wurde ich mit einem vorläufigen Ausblick belohnt.
Entschlossen nicht aufzugeben begann ich durch das Latschenfeld zu kräulen. Anders kann man es nicht ausdrücken.
Das Unterholz der Latschen war recht morsch und ich konnte es dort wo es mir im Weg war normalerweise gut rausbrechen. Ich bin dann in der Hocke hochgekraxelt und hab mich an den Latschen weitergezogen. Manchmal war wo eine richtige Lichtung und ich konnte drei oder vier Meter normal gehen, was sehr luxuriös war. Auf genau so einer Lichtung begann es auf einmal zu schneien und ich stand in der Sonne mit 100 komischen kleinen Fliegen auf meiner schwarzen Jacke, runderherum segelten einige wenige dafür ziemlich große Schneeflocken runter.
Das hat mir ein bischen sorgen bezüglich der Temperaturen oberhalb der Latschen gemacht, mich aber positiver über meine Chance denken lassen doch Schnee zu sehen.
Die Latschen wurden dann allmählich kleiner was das Problem aufwarf, dass ich nichtmehr unter sie drunter passte, egal wie bucklert ich bereit war zu kräulen. Ich kam dann auf die Idee einfach auf die dicksten Stämme zu steigen und mich an den dünnen wie an Seilen anzuhalten. Das funktionierte gut und ich konnte wie ein Riese durch die Baumwipfel gehen. Das Problem war das der ganze Scheiß echt anstrengend war und man eigentlich nur 5 Meter weit gesehen hat. In meiner Erinnerung war der Berg aber echt nicht so hoch und daher musste auch dieses verdammte Latschenfeld, das ich von unten aus nicht wahrgenommen hatte auch irgenwann einmal aus sein. Auf einmal war da etwas fast genauso gutes. Ein Weg im Latschenfeld. Begeistert habe ich den gleich fotografiert und die Aussicht genossen. Ich war zu diesem Zeitpunkt 15 Minuten in den Latschen gewesen, es hat sich aber nach Stunden angefühlt. Top motiviert bin ich den Weg weiter und nach der ersten Biegung waren die Latschen auch schon aus.
Der Gipfel schien mir schon nah zu sein und ich war begeistert vom Panorama. Die Bergkuppe war auch komplett mit so einer Art Preiselbeere bedeckt deren Wurzelwerk einen weichen Schwamm bildet. Dadurch ging ich wie auf einer Matratze. Ich war schon echt fertig und die Zeit wurde auch immer knapper. In nur 2 Stunden und 20 Minuten musste ich beim Termin seien. Das war schon weniger Zeit als ich bis dahin unterwegs war. Ich hab mir dann aber gedacht, dass ich sicher nicht so schnell wieder hier raufgehe und zweitens runter immer alles viel schneller geht. Das habe ich von meinem Vater gelernt und wusste daher aus Erfahrung, dass es nicht in hundert Prozent aller Fälle zutrifft, was zum Beispiel bei dieser Latschenfeldsache potentiell ein Problem werden hätte können. Es ist aber in hundert Prozent der Fälle eine gute Ausrede um noch weiter rauf zu gehen.
Aus Rücksicht auf die Rückenleiden meiner Frau und der Integrität meiner Beziehung zu ihr habe ich aber beschlossen nicht bis zum Gipfel zu gehen sondern nur bis ich auf die andere Seite sehen kann.
Nach jeder Kuppe war aber leider wieder eine neue Kuppe da. Irgendwann hab ich dann endlich den Schnee gefunden.
Eine Hand voll habe ich auch gegessen und es war unglaublich köstlich. Mehr hab ich mich nicht getraut weil ich irgendwann gelesen habe, dass das dem Magen nicht so unglaublich gut tut oder so. Wahrscheinlich eh nur wenn einem kalt ist und man wirklich viel Durst hat aber was solls ich hab mir gedacht lieber vorsichtig sein und ich kann auch unten trinken, dass geht ja dann eh schnell. Nach dem Schnee war nurmehr ein einziger kleiner Hang und dann hab ich endlich das nächste Tal gesehen.
Das war einfach unglaublich für mich. Google hat mir zwar später gezeigt das der Berg nicht ganz 800 Meter hoch war, die ich aber immerhin komplett gegangen bin, ich war ja auch am Meer, ich konnte aber trotzdem unglaubliche schneebedeckte Berge sehen und ein Tal das komplett unbewohnt war. Nachdem es arschkalt war und ich es extrem eilig hatte habe ich nur ein paar Fotos und Videos gemacht und bin dann los.
Ich hatte jetzt noch genau 2 Stunden Zeit bis zum Termin. Ich hab etwa 2 Stunden hinaufgebraucht und war insgesamt so 2:45 unterwegs. Ich habe daher eine Technik angewandt die ich ebenfalls von meinem Vater gelernt habe und die er als "hirschen" bezeichnet. Dabei läuft man genauso schnell bergab, das man sich mit einem Konfidenzintervall von 95% nichts bricht. Das hat den extremen Vorteil, das es unglaublich schnell, geht und den Nachteil, abgesehen von etwaigen gesundheitlichen Risiken, dass es fast so anstrengend wie bergauf gehen ist.
Der unglaublich weiche Boden und meine superdünnen Sohlen haben echt gut harmoniert und so war ich nach 7 Minuten wieder beim Latschenfeld. Bergauf hat das mehr als dreimal so lange gedauert. Ich hatte so einen verschwommenen Plan beim bergabgehen diesem Weg im Latschenfeld zu folgen, den ich 15 Meter weit beim Aufstieg genossen hatte.
Nur leider konnte ich den beim Abstieg nirgends finden. Ich daher beschlossen einfach mal das absteigen in den Latschen zu probieren. Das ging zum Glück viel besser als das bergaufgehen. Ich musste nur kurz unter die Latschn kriechen und konnte fast die ganze Zeit auf ihnen gehen weil sie jetzt in die Richtung wuchsen in die ich ging und ich sie mit den Füßen runterdrücken konnte, statt mit den Händen. Nach ingesamt einer Viertelstunde stand ich wieder am Waldrand und hatte das Gefühl, dass sich das alles gut ausgehen würde. Beim Absteigen hatte ich leider nicht die Sonne als Wegweiser und konnte auch eigentlich nie etwas sehen wodurch das mit dem Kompass auch nicht so toll war. Ich wollte auch nicht dauernd stehenbleiben und draufschauen. Die Richtung bergab war aber zum Glück eindeutig zu erkennen und für das Erste auch ausreichend. Im Wald konnte ich dann richtig gut weiterhirschen was ich auch versucht habe auf Video zu bannen. Die starken Bewegungen waren der iPhone Kamera aber dann doch zu viel des guten. Nachdem das ein echter Urwald ist liegen überall ungefallene Bäume und ich hatte riesigen Spaß über diese zu springen. Irgendwann war das aber echt anstrengen und ich habe gemerkt das meine Koordination langsam unter meiner Müdigkeit zu leiden beginnt. Diese Einsicht hat mir leider nichts geholfen und ich hab mir beimübersteigen eines Baumes ordentlich das Schienbein aufgehaut. Hätte doch springen sollen.
Irgendwann war ich dann in so einem Knusperwald wo lauter Äste am Boden geknackst haben. Das hat mich nervös gemacht weil ich da beim Aufstieg nicht durchgekommen bin. Zum Glück konnte ich dann schon langsam das nervige piepsen eines Lastwagens im Rückwärtsgang hören. Das kam sich von der Baustelle der Straße und ab und zu konnte ich sie auch kurz sehen. Auf einmal wurde der Boden richtig grün und ich fand mich auf der falschen Seite eines kleinen Baches wieder. Der wäre ansich leich zu überspringen gewesen aber die Wiese die er bewässert war so tief, das mein rechter Fuß richtig naß wurde. Das war dann irgendwie die größere Version der Wiese über die ich beim raufgehen gekommen bin. Das war natürlich gut, weil ich ja dann irgendwie parallel zu meinem Aufstiegsweg runtergekommen sein musste. Da dachte ich mir kurz, dass ich auch eine Karte am iPhone hätte haben können und GPS verwenden wenn ich diese Wanderung nicht ultraspontan nach einem Bankomatbesuch gestartet hätte.
Auf dieser Wiese musste ich jedenfalls dann über einen umgefallenen Baum balancieren der aber wirklich groß war.
Im letzen Stück der Wiese bin ich wieder ausgerutscht und mein Fuß ist in so einem Loch gesteckt. Zum Glück war ich echt langsam unterwegs, weil ich ja mittlerweile wusste, dass das der gefährlichste Untergrund ist.

Endlich auf der Straße angekommen war dort so ein piepsendes Baufahrzeug das man verwendet um eine Sandstraße zu bauen. Zwei Arbeiter haben mit Hammer und Meisel auf metergroßen Gesteinsbrocken rumgeklopft was mir einigermaßen seltsam vorgekommen ist. Ihrem Blick nach zu urteilen haben sie meine Anwesenheit auch komisch gefunden. Erst hier habe ich wirklich realisiert, dass das Hotel oben nicht fertig ist und daher vielleicht doch keine Autos kommen die mich mitnehmen können. Es war so 14:45 und um 16:00 war der Termin. Nachdem ich wusste, das der Weg über den Fluß sicher zu lange dauern würde, beschloß ich einfach die Strasse weiterzugehen. Nach der ersten Kehre wurde mir aber klar, das die Straße echt lang war und fing an zu laufen. Ich war leider schon müde und daher lief ich nicht furchtbar schnell. Da es die ganze Zeit bergab ging, war ich aber trotzdem gut unterwegs und kam auch bald dort vorbei wo ich die Straße das erste mal gekreuzt hatte. Ungefähr da kam mir auch ein Kleinbus entgegen und ich hoffte inständig aber letztlich vergebens dass er nur ein paar Arbeiter holen würde und mich dann mitnehmen würde.Als die Straße dann wieder bergauf ging gab ich einige Flüche von mir an die ich mich nicht mehr erinnere und deren Wiedergabe hier auch sicherlich unpassend wäre. Jedenfalls musste ich gehen weil zum laufen war echt kein Saft mehr da. Das wieder in Gang kommen an der Kuppe war echt hart aber was tut man nicht alles um 5 Wochen in einer 13 wöchigen Reise einen Scheidungsgrund zu vermeiden. Nach ein paar Minuten wurde ich belohnt und konnte das Ende der Sandstraße sehen. Nur einen Kilometer weit von der Straße weg die ich ursprünglich genommen hatte um zum ersten Zaun zu kommen über den ich gesprungen war.
Allerdings war ich auf der anderen Seite des Flusses und je näher ich kam desto klarer wurde mir, dass nicht nur die Straße eine Baustelle war, sondern auch die Brücke. Hier retteten mich aber die laxen Sicherheitsvorkehrungen in Argentinien. Ohne Anstalten ließen mich die Bauarbeiter über die unfertige Brücke ohne Geländer mit Silolaster drauf und allem möglichen anderem Baugerät. Sie hielten einfach kurz den Betrieb an und winkten mich durch. Einer hat mir nur kurz gedeutet, dass ich nicht in das Loch fallen soll wo der Baustahl rausstand und wohl gleich der Zement reingekippt werden sollte. Nachdem es erst kurz nach drei war und ich wusste das der Taxistandplatz nicht mehr sehr weit war, war ich sehr erleichtert. Ich ging trotzdem schnell weiter, weil ich damit meine Chance wahren konnte vor der Fahrt zum Arzt noch zu duschen.Sogleich ereilte mich aber das Glück des Tüchtigen und am Strassenrand stand ein Remis, also ein Funktaxi, das mich mitnahm und um 15:15 vor dem Apartment absetzte. Ich bestellte ein zweites für in 15 Minuten und konnte duschen.

am nachmittag konnte ich endlich zur therapie gehen! und: es war super! der therapeut hat mir erklärt, dass mein ileo sacral gelenk entzunden sei. das dauert ein bisserl. kühlen, schonen und entzündungshemmer nehemen. vor allem nix machen was weh tut. das heißt ich bleib erst mal zu hause. nicht der schlechteste ort um so was zu haben, bei der atemberaubenden aussicht die wir von unserem arpartement aus haben. noch dazu haben wir kabelfernsehen und echt schnelles internet. also nicht so schlimm. flo findet es auch super hier. sie läuft den ganzen tag hier rum und macht so ihre sachen. die schmerzen werden schon weniger und in mir steigt die hoffnung doch noch einen trek machen zu können.

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Mi 9.3.2011
nach dem frühstück machten wir uns auf die suche nach hilfe. zuerst landeten wir in einem fancy kosmetiksalon... danke internet... ein taxi brachte uns dann in ein clinico. dort erhielt ich dann die adresse von einem physiotherapeuten. haleluja! leider konnte der mir aber erst für freitag einen termin geben. wir sind also wieder heimgefahren und haben mehr oder weniger nix gemacht. da das internet hier so gut ist, haben wir viel geskypt. max war auch noch da und roman konnte sich ein wenig mit ihm unterhalten. das gestalltet sich zwar etwas schwierig, weil max schnell und einen dialekt spricht.manchmal stottert er auch, was dieses unterfangen nicht einfacher macht, aber sie schaffen es. so wie es aussieht wird er bleiben.
flo gefällt es immer noch sehr gut hier. jetzt wo sie auch noch einen eigenen ess-sessel hat ist sie überhaupt ganz seelig...

Do 10.3.2011
geweckt wurden wir um 6 uhr morgens von einem besorgeten anruf meines papas, der von einer tsunami warnung für feuerland gehört hatte und sich sorgte. roman befragte das internet zu diesem thema und schlief gleich noch eine runde. als wir dann schließlich aufstanden sahen wir die bilder von japan im fernsehen. entsetzlich!zuerst hieß es, dass die welle auch an die pazifikküste von feuerland kommen würde. doch es gab bald entwarnung.

also wir haben jetzt eine wg :-) max macht keine anstallten zu gehen. uns ist es auch recht, weil so das quartier günstiger wird und er ein echt angenehmer zeitgenosse ist. sein mate schmeckt auch viel besser als wenn wir ihn selber zubereiten... da ich immer noch riesig schmerzen hab, besteht unser tagesprogramm aus nix tun und drauf warten dass ich morgen endlich zur therapie gehen kann.

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Mo 7.3.2011
die busfahrt war ein wenig anstrengend. als wir dann in rio gallegos angekommen waren, mussten wir feststellen, dass es nach ushuaia nur ein bus pro tag gibt. und das nur morgens. also eine lange Tagfahrt. zuerst wollte ich nur weg. einfach weiter fahren, nicht rasten. doch roman hat mich dann überzeugt, dass es sicher auch für meinen rücken gut wäre wenn wir eine nacht hier bleiben, ein bisschen ausrasten und dann morgen weiterfahren. wir nahmen ein taxi zu einem nahem hostel und hatten glück, denn sie hatten ein zimmer für uns. flo und ich schliefen gleich mal wieder eine runde. als ich aufwachte war mein rücken wieder ganz schlecht. ich dachte vielleicht würde ein spaziergang helfen. wir spazierten also zum busbahnhof um tickets zu kaufen und kauften uns essen im supermarkt daneben. mein rücken tat so weh, dass wir uns für den heimweg wieder ein taxi nehmen mussten.
auch im hostal konnt ich dann nicht so richtig ruhe geben, weil luciano, der sohn der besitzer, ein 2-jähriger grobian, immer hinter flo her war.

Di 8.3.2011
wenn ich gestern geschrieben habe dass die busfahrt anstrengend war, so wusste ich noch nichts über diese. tagsüber zu fahren hat den vorteil zu sehen wo man hinfährt. das war zwar sehr schön, flo war aber dann nach 10 stunden schon ein bisserl arm. eigentlich war die fahrt aber sehr abwechslungsreich. wir mussten die chilenische grenze queren, was gleich mal 2 stunden gedauert hat, weil die chilenen sehr, sehr eigen sind was diese grenzsache angeht. dann mussten wir einer familie helfen deren auto auf dem dach lag, nachdem ein lastwagen der zu schnell in die andere richtung unterwegs war eine riesige staubwolke verursacht hat (die hälfte der strecke ist noch nicht asphaltiert). die fahrerein konnte die straße nicht mehr sehen und so landete das aute im straßengraben, der hier so steil ist, dass es das auto gleich ganz umgedreht hat. und mit einer fähre mussten wir auch fahren. also ales in allem ein echtes abenteuer. die fahrt duarte allerdings anstatt 10 stunden 13. das war dann schon sehr anstrengend muss ich sagen.
als wir dann in ushuaia angekommen waren hatte alle schon zu. weder eine touristinformation noch sonst etwas konnten wir ausfindig machen. zwei frauen am busbahnhof wollten uns ein hostal schmakchaft machen, das aber nur 4-er zimmer hatte. generell wollten wir das eh mal probieren, aber nach dieser busfahrt war ich nicht bereit es gerade jetzt zu tun. der busbahnhof leerte sich und wir wussten immer noch nicht wohin. nur wir und noch ein junger mann mit rucksack standen da. ich fragte ihn ob er wisse wo er hin wollte und er meinte er werde wohl auf den campingplatz fahren oder so. als dann endlich ein taxi stehen blieb, bat ich ihn uns doch mitzunehemn. max, kommt aus la plata, die hauptstadt der provinz buenos aires. er ist auf urlaub hier und will ein bisserl natur erleben. jedenfalls hat er dann gleich mit dem taxifahrer gesprochen und ihn gefragt ob er eine günstige unterkunft weiß. nachdem wir bei einem hostal waren, dass bereits voll war, fragte der taxifahrer über funk seine kollegen.so kamen wir zu unserem super apartement. roman schaute es sich an und meinte zu max da es noch ein extra bett im wohnzimmer gibt, wir also eh das schlafzimmer für uns haben, könnte er doch auch diese nacht bei uns schlafen. wer will denn schon um 23:30 noch ein zelt aufstellen...
flo fühlte sich von der ersten sekunde an wohl und erkundete gleich ganz alleine die ganze wohnung, kam zurück und erzählte...
mein rücken tut höllisch weh.

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So 6.3.2011
der tag fing sehr gemütlich an. da unser bus erst um 19 uhr losfuhr. mein rücken tat unendlich weh. ich wollte mich heiß duschen gehen, kein wasser. nicht kein heißes wasser. kein wasser... das passiert hier öfter. das wasser muss mit einem lastwagen angeliefert werden, aber alle klos rinnen und die leitungen sind nicht besonders dicht. also ist das wasser in spätestens einem tag aufgebraucht.
borja, yuma und vineta brachen schon früh morgens auf, da sie alle rasch in richtung norden wollten und alle drei autostoppen wollten.gegen mittag fuhr ein auto vor und parkte am platz neben uns. eine familie mit kindern. endlich, dachte ich. kinder für flo zum spielen. sie wachte auch sofort aus ihrem mittagschlaf auf als sie die kinderstimmen hörte. doch es blieb nicht bei dem einen auto. ein jeep brachte noch eine familie, dann noch eine, und noch eine... schließlich waren da ca 20 erwachsene und 3x soviele kinder. es wurde ein großes feuer gemacht und gegrillt und danach spannten sie ein volleyballnetz. flo und ich sind natürlich gleich rüber und haben uns vorgestellt. die kinder waren total begeistert von flo und wollten sie alle kunddeln und busserln. nach einiger zeit hab ich dann verstanden, dass sich die familien hier jeden sonntag nach dem evangelischen gottesdienst treffen und grillen und spielen. caro, die den vorsatz hatt jede woche ihrer reise eine andere sportart auszuprobieren witterte ihre chance und wurde auch sofort herzlich in eines der teams aufgenommen. roman machte fotos und wurde dann auch sofort einbezogen. das war eine riesen hetz. es wurde so viel gelacht und gescherzt. caro und roman wurden so herzlich miteinbezogen, es war ein genuss zuzuschauen. es wurde immer später und unser zelt stand noch da. ich wollte roman spielen lassen und fing an das zelt alleine abzubauen. flo "half" mir. da kam eines der größeren mädchen und fragte ob sie flo mit rüber nehemn könnte. ich meinte sie sollte es eben mal probieren. stellt euch vor: mein kind ging ganz alleine einfach so mit! ich konnte es nicht glauben. ich konnte ganz in ruhe das zelt abbauen. ich war so stolz auf mein mädchen.als wir schließlich aufbrachen und ein taxi wollten erklärte uns die frau am campingplatz, das heute keine taxis fahren, weil die stadt gesperrt ist wegen eines festes. weil wir aber so spät drann waren, brachte uns ihr sohn mit dem pick up zum busbahnhof. das war eine sehr abenteuerliche fahrt. flo, caro und ich vorne und roman mit dem gepäck hinten auf der ladefläche... unser bus war schon da. wir konnten auch bald einsteigen und fuhren los. in caleta olivia stiegen wir um. der abschied von caro war ein bisschen schnell, weil der busfahrer sie drängte wieder einzusteigen (wenn sie denn noch mitwollte).

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Weil Roman keine Lust mehr hat, werd ich jetzt ein bisserl schreiben.

Fr 4.3.2011
tagsüber haben wir nicht viel gemacht. wir haben unsere nachbarn besser kennengelernt.yuma und vineta sind professionelle salsa tänzer und für unbestimmte zeit in südamerika unterwegs. seit acht monaten reisen sie schon, haben einen 6000-ender bestiegen viel gekotzt und viel gesehen. wahnsinnig spannend! ein sehr nettes paar. caro ist super! eine lustige "g'rad heraus" leipzigerin mit einer katze die auf facebook ist und die zu hause in einem hippy-haus lebt. borja der nordspanier der kreuz und quer durch argentinien autostoppt und erst nach hause fährt wenn ihm entweder das geld ausgeht oder sein freund heiratet.
am abend haben wir alle zusammen gegegrillt. das war sehr nett! es tut schon gut sich mal in einer sprache verständigen zu können die man wirklich kann.... es tut auch gut reisegschichten auszutauschen oder gemeinsam über mögliche ziele zu sprechen.

Sa 5.3.2011
Heute sind wir um 6:45 aufgestanden und ich muss sagen es war ein bischen kalt. Wir müssen aber schon um 10 vor 8 bei Los Vikingos sein um unsere Tour auf die Isla de los pinguinos zu starten.

wir haben es auch geschafft pünktlich zu sein. in der agentur haben wir dann alle schwimmwesten bekommen. auch flo. das hat sie nicht so prickelnd gefunden. ich hatte flo am arm und musste einen extrem rutschigen und steilen steg hinunter gehen. das war echter nervenkitzel. im boot dann war sie ein bisschen unzufrieden, hat dann aber gleich eingeschlafen.auf der insel angekommen, hat dann roman einen stunt gemacht. wir mussten vom boot auf die insel springen, weil es dort keinen ankerplatz gibt. also nahm roman flo ins buzzidil und wagte den sprung... alles gut gegangen. als wir dann die glitschigen felsen hinter uns gelassen hatten, konnten wir erst realisieren wo wir da gelandet waren. überall pinguine! die gruppe ging dann los um ans andere ende der insel zu kommen. flo und ich waren natürlich die letzten.ich habe ja seit dem tag davor ganz blöde rückenschmerzen. als wir uns endlich zunm ziel geschleppt hatten und ich aufsah vom weg, musst ich mal die luft anhalten. einen halben meter vor mir stand ein rockhopper pinguin (die mit den lustigen gelben federn am kopf) und sah uns interessiert an. der guide erklärte uns wie wir uns zu verhalten hatten und schenkte dann kaffe aus. wir hatten also tatsächlich frühstück mit den pinguinen.nach einiger zeit brachen wir dann auf um an ein anderes ende der insel zu kommen (man darf sich das jetzt nicht so arg vorstellen, als nicht eingeschränkte kann ma das alles in wenigen minuten erledigen) dort konnten wir dann noch seelöwen beobachten. nach einiger zeit, fiel irgendwie auf, dass diese kolonie anders war als die die wir vor ein paar tagen beobachten konnten. keine jungen. schließlich erklärte uns der guide, diese sei deshalb so besonders weil sie nur aus männchen besteht. hier landen also die männchen die es nicht schaffen einen eigenen harem zu gewinnen. lustiges detail, es haben sich auch zwei seeelefanten dorthin verirrt. so im direkten vergleich konnte man nochmal viel deutlicher den unterschied erkennen. seeelefanten sind wirklich sehr, sehr viel größer...
wir spazierten über den strand zurück zum ausgangspunkt. da konnte roman noch mit den skeletten spielen ;-) und fand schließlich auch einen zahn... Emsige Europäer die wir sind haben wir am Strand noch Müll eingesammelt. 2 Plastikplanen, eine Druckerkartusche und eine Rolle Tixo haben wir gefunden. nach einer kleinen jause gings dann wieder aufs boot. flo fand das wie erwartet nicht so super. vor allem weil sie wieder bei roman im buzzidil war und beide(!) eine schwimmweste trugen. von der rückfahrt erwartete ich nicht viel. ich hoffte nur dass meine rückenschmerzen besser würden und flo ein bisschen schlafen könnte. auf einmal riesen aufregung im boot. delfine! und zwar ganz besondere: commerson-delfine! sie haben eine schwarz weiße haut und sind relativ klein. das boot wurde langsamer und wir hatten viel zeit die delfine beim spiel mit der bugwelle zu beobachten. dann waren sie plötzlich weg und ich sah ca 100m weit weg wieder delfine springen. zuerst dachte ich ich seh nicht recht. diese waren grau! sie schwammen zum boot und machten spektakuläre sprünge spielten mit unserem boot und verschwanden wieder. so ein glück! so viele delfine! auf einer bootsfahrt! ich war total glücklich.
als unser boot wieder am steg anlegte waren wir alle total überrascht. der steg der vorher noch so gefährlich steil war, war nun vollkommen gerade. gar kein problem also.

am campingplatz schliefen flo und ich eine runde während roman und caro bustickets kaufen gingen.
abends kochten wir zusammen mit caro noch unsere reste. später kam noch borja mit nachtisch und wir hatten wieder einen sehr netten abend.überhaupt muss ich sagen dass es schon sehr gut getan hat hier so viele leute zu treffen und sich auch wieder mal austauschen zu können.

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Wir haben am Busterminal von Caleta Olivia von 3:45 bis 8 Uhr warten müssen. Flo hat zuerst mit mir rumgechecked ist dann aber doch irgendwann im Buzzidil eingeschlafen.Auf der Busfahrt nach Puerto Deseado haben wir Caro aus Leipzig kennengelernt. Wir haben dann auch gleich unsere Zelte nebeneinander aufgeschlagen. In ihrem Fall ist es eigentlich nur ein Biwak.
Der Campingplatz ist extrem billig aber wir haben fast nie Wasser zum Duschen oder auch nur zum runterspülen. Dafür haben wir unseren persönlichen quincho zum Grillen und Sitzen.
Yuma und Vineta aus Frankreich bzw Lettland haben uns gleich bei der Ankunft gefragt ob wir eine Exkursion zu den Pinguinen machen wollen und wir haben versucht das für Freitag zu organisieren. Irgendwie wollte die Agentur aber nicht so richtig und so ist es dann doch Samstag geworden. Irgendwie hat sich auch Borja aus Spanien zu uns verirrt und wir haben gemeinsam am Abend gegrillt. Er ist überhaupt nur als Autostopper unterwegs.

Das Wetter war erst mal sehr angenehm aber es ist zunehmend heißer geworden. Ich hab die Theorie, dass das schöne Wetter nach Süden zieht damit uns in Ushuaia nicht zu kalt wird. :)

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Heute haben wir Trelew wieder verlassen, das uns außer schnellem Internet nicht viel geboten hat. Das Hotel ist eine Beschreibung wert. Fotos gibts leider keine weil wir schon um 10h auschecken mussten und gestern nicht mehr daran gedacht haben. Die Lobby war schon mal vom feinsten mit alten Computerdrehsesseln ausgestattet, war aber irgendwie trotzdem ganz gemütlich. Die Zimmer haben alle Fenster auf einen Gang gehabt der seinerseits Fenster in einen Innenhof hatte. Im Zimmer war am prominentesten ein Deckenventilator mit 4 Lampen in Tulpenglasfassungen, von denen nur 3 befüllt waren. Dieser hat so gewackelt das Karin überzeugt davon war das wir im Schlaf die Beine einbüßen würden. Die Bettwäsche war grün und lila und hat immerhin nicht nur alt sondern auch oft gewaschen ausgesehen. Bis einen Meter gab es eine helle Holztäfelung und darüber eine 50 Centimeter hohe Blumentapetenbordüre. Das eigentliche Highlight war aber das Bad. Italienische Dusch-Klo Kombi bei der die Badezimmertüre auch als Duschtüre fungierte. Die schliesst aber nicht komplett. Die Wasserleitungen wurden neu verlegt was man auch an den neuen hellweißen Fliesen um die Hähne sieht. Allerdings über Putz und zwar in einem Kabelkanal. Wie in einem Büro, nur halt für Wasserleitungen. Die Blenden mit Silikon abgedichtet und geht schon.
Das Bad hat auch ein interessantes kleines Fenster gehabt das immer offen stand aber dafür nur 5 cm bis zur nächsten Hausmauer Platz hatte.
Der Bus nach Gaiman ist 15 Minuten eher gefahren als wir geglaubt haben, war uns aber eh recht. Dort war es leider wieder unendlich heiß. Nach einem netten Picnic im Stadtpark neben einem englisch aussehenden Kanal, also von Menschenhand gezogenem Wasserlauf nicht Kackrohr, haben wir versucht das historische Zentrum zu finden. Im Großen und Ganzen hat es dort nämlich eher argentinisch ausgesehen. Karin wollte schon W.O. geben als ich neben der Touristeninfo den alten Eisenbahntunnel gefunden habe. In dem war es wirklich angenehm kühl, leider hatte Flo zuerst Angst weil es kein Licht gab und nach 100 Meter war es dann wirklich stockfinster. Im Buzzidil hat sie sich beruhigt und beschlossen das es hier in der kühlen Finsternis gar kein schlechter Ort zu schlafen wäre. Karin hat dann auch noch Angst bekommen aber die iPhone Taschenlampe hat den Tag gerettet. Ich hab das alles nicht verstanden weil der Tunnel war der einzige Ort wo man nicht in wenigen Stunden zu Tode dehydrieren würde wenn man nicht mehr weiterkönnte.

Wir sind dann einfach zurückgefahren und haben uns vor den Busterminal in den großen Park gelegt. Als es wieder nach Gewitter aussah sind wir dann rein in den Terminal und ich hab mit einem Taxi das Gepäck geholt. Als ich zurückgekommen bin hat Flo mit einem Mädchen gespielt, das eine Katze gespielt hat. So ein Gück. Wenn Flo nicht wo einen Hund findet der ein Kind spielt das eine Katze spielt, ist dass das coolst was man sich vorstellen kann.
Sie ist dem Mädchen freihändig nachgelaufen und war zu einem Zeitpunkt sicher 10 Meter weit weg von unserem Platz. Jetzt wird sie echt groß die Maus.

Der Bus hat nur 3 Sitze pro Reihe oder soll ich sagen Spalten, wodurch man echt gut liegen kann. Sogar Flo liegt nicht auf Karin sondern neben ihr auf dem Sitz. Grade haben wir Polster bekommen. Leider können wir das nur bis 2:55 genießen, dann müssen wir umsteigen. Tickets haben wir auch noch keine. Gute Nacht.

Posterous theme by Cory Watilo