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Ab heute ist Flora älter als 11 Monate. Das interessante daran ist, das Flora gestern noch 10 Monate war und sie einfach keinen 11 Monatstag hatte. Das ist einerseits ein bischen gemein für Flo und erinnert mich andererseits an offene Intervalle und so.

Genug der Pseudomathematik. Wir haben garnicht schlecht geschlafen und sind dann frühstücken gegangen. Dort haben wir mit Freude bemerkt, dass es super Internet gibt, was wir gleich zum Skypen genutzt haben. Gepostet haben wir nur das Video weil das Tagebuch nicht geschrieben war und die Fotos noch nicht sortiert.
Wir wollten eigentlich nach Gaiman fahren, was ein kleines Städtchen ist, in dem die walisischen Ursprünge dieser Gegend noch ganz gut sichtbar sein sollen. Es war dann aber schon 12 oder so als wir rausgegangen sind und so haben wir erst einmal versucht die Wäsche gewaschen zu bekommen. Schon am Weg dort hin ist uns aufgefallen das es wirklich heiß ist. Nicht so 30 Grad heiß sondern richtig. Wann immer man ein paar Schritte in der Sonne gegangen ist, ist man richtig grantig geworden und wenns zu lange war eher schwindlig. Nachdem ich in der Wäscherei war haben wir beschlossen wir gehen zu diesem See der auf dem Stadtplan eingezeichnet ist und am Weg setzen wir uns noch in ein klimatisiertes Kaffee. Überhaupt ist Karin, die ja immer die schlimmste Feindin des Airconditionings war zu einer glatten Befürworterin geworden. Solange sie den direkten Luftzug auf Flora abstellen kann findet sie auch 21 Grad super. Obwohl das hier doch einiges unter der Außentemperatur liegt, wieviel dazu komme ich noch.

Ich hab dann beschlossen ich hab Hunger und wir sind in einen Tenedor Libre gegangen. Das ist ein Friss-was-du-kannst um nicht ein Fremdwort durch ein anderes zu ersetzen. Das Essen war leider stark untermittelmäßig. Was ich umso unverständlicher finde als es mit gut frequentiert war und definitiv keine Touristenfalle und auch nicht billig. Flora ist allerdings voll auf ihre Kosten gekommen. Sie hat ein anderes Baby und ein 5 oder 6 jähriges Mädchen gefunden mit denen sie spielen konnte. Das Mädchen hat sogar nach Flos Lieblingsspiel gefragt und hat dann wirklich Guckguck mit ihre gespielt. Verstecken haben sie auch probiert aber da kann Flora nur die Sucherin spielen, verstecken ist ihr noch zu hoch. Irgendwannals wir schon fertig waren ist der gesamte Strom ausgefallen. Radio, Licht und Klimaanlage und niemand hat etwas gemacht oder auch nur was gesagt. Das war schon eher indisch.

Als wir endlich den See sehen konnten musste Karin mit Flo aufs Klo und dort gab es neben dem Spielplatz auch eine öffentliche Toilette. Die Klofrau hat uns leider erklärt, das der See eine Kloake ist und wir besser nicht einmal ans Ufer gehen. Weil ihre beiden Enkelkinder auch da waren und Flo mit ihnen gespielt hat sind wir ein bischen im Schatten des Klohauses geblieben. Die Frau war Chilenin und nur etwas über 50. Sie hat aber schon 10 Enkelkinder und auch noch eine Oma die lebt. Die Enkerl haben also eine Ururoma, wie cool ist das. Was nicht so cool war ist, das sie uns erzählt hat, dass sie nur 280 Pesos im Monat verdient. Unser Mittagessen hat gerade 110 Pesos gekostet. Das geht sich auch genauso schlecht aus wie es sich anhört, sie zahlt 170 Pesos Strom im Monat und kann nur leben weil ihr das Haus gehört und ihre Kinder ihr helfen. Ganz blicke ich aber noch nicht durch die argentinische Wirtschaft. Sie ist immerhin bei der Stadt angestellt aber das hilft hier scheinbar nicht viel.
Wir haben also mit ihr so geplaudert als sie uns dann erklärt wie heiß es wirklich ist. Sie hat gesagt es hat sowas wie 45 Grad. Nicht im Schatten natürlich, aber leider gibt es fast keinen Schatten. Innerhalb von 5 Metern von einer sonnenbeschienenen Fläche ist es aber unendlich heiß weil soviel Wärme abgestrahlt wird.

Als wir dann gegangen sind ist Flo am Spielplatz zum ersten mal gerutscht. Sie hat es super gefunden aber leider hat es dann zu regnen begonnen. Wir haben leider nicht gecheckt was es bedeutet wenn es in Patagonien ein Wärmegewitter gibt und sind in Richtung des Museums gegangen, das wir besuchen wollten. Auf einmal ist ein Orkanartiger Sturm aufgekommen und der Regen ist nur so auf uns eingeprasselt. Wir haben schnell in einer Schule Schutz gesucht und sind dann nach 20 Minuten weitergegangen. Leider war es sofort nach Ende des Gewitters wieder brühend heiß. Im Dinosauriermusuem gab es zum Glück eine Klimaanlage. Auch die wenigen kompletten Skelette die sie hatten waren wirklich beeindruckend. Am coolsten sicher die beiden Beine des 100 Tonnen schweren Argentinosaurus. Da waren die Unterschenkelknochen einfach so dick wie Baumstämme.

Beim Einkaufen im Carrefour haben wir 30 Minuten an der Kassa gewartet. Seriously.
Eine Hoferkassiererin arbeitet mindestens 10 Mal so schnell und dann ist auch noch die Kasse abgestürzt und hat dann die Kreditkarte der Kundin vor uns nicht mit 35 Pesos belasten wollen. Ich war dann noch alleine schnell die Wäsche holen und Geld abheben. Nach dem ich beim vierten Bankomaten endlich mein Geld bekommen habe, sehe ich auf einem Gebäude so eine Uhr mit Temperaturanzeige. Es ist 20:00 und es hat 37 Grad. Im Schatten.

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Am Campingplatz geht es uns richtig gut. Wir optimieren jede Nacht die Schlafsituation und fühlen uns trotzdem immer älter, Karin steht im Moment bei 103. Nach dem aufstehen wir es aber rapide besser. Wir frühstücken entweder gleich beim Zelt oder in einem super Kaffeehaus im Dorf. Dort hat Flora gestern zum ersten Mal wirklich viele Schritte alleine gemacht. Sie ist einfach so 10 Schritte in den Raum reingegangen. Das war so ein Moment wo die Zeit stehen bleibt und wir haben beide ein bischen weinen müssen. Es gibt dort auch eine Schiebetür und Flo liebt es immer wieder von drinnen nach draußen zu gehen oder zu popscheln. Sie geht auch selber von Sessel zu Sessel und geht dabei manchmal auch frei ein paar Schritte. Im Café gibt es eine kleine Katze namens Luna, sie ist erst 5 Monate alt und weiß mit rot. Wenn Flora die sieht quietscht sie vergnügt in den höchsten Tönen und versucht sie zu streicheln was aber erst einmal funktioniert hat.
Am Campingplatz haben wir auch eine kleine schwarze Katze die aussieht wie Lilas kleine Schwester. Weil sie eine Campingplatzkatze ist lässt sie sich von Flo mehr gefallen und sie kann sie besser "streicheln".

Die ganze Insel ist aus Sediment und überall gibt es fossile Muscheln. Unsere Nachbarn, die den ganzen Sommer hier sind um Schmuck zu machen und zu verkaufen haben sogar fossile Haifischzähne gefunden.
Vorgestern sind auch zwei Deutsche mit Babytrage und eine nicht ganz fünfjährigen vorbeigekommen. Nachdem wir uns von Spanisch zu Englisch weitergehangelt haben, sind wir dann draufgekommen das wir ja die selbe Sprache sprechen. Sie reisen mit dem Wohnmobil für sechs Monate und wir haben unsere Erfahrungen ein wenig augetauscht.
Prinzipiell muss ich sagen dass ich mich hier richtig freue wieder mal mit jemanden anderen Deutsch reden zu können. In Kroatien gehen mir die Deutschen ja eher auf die Nerven aber ich glaube die, die es bis hierher schaffen unterliegen einer sehr positiven Selbstselektion.
Wie haben dann gestern abend gemeinsam gegrillt. Parilla trau ich mich kaum sagen, wir haben Kohle verwendet und nur Bife Anchoa gemacht, also nix was länger als eine halbe Stunde braucht. Wir haben auch Zucchini und Zwiebel dazu gemacht was rein technisch gesehen ein Verbrechen an der argentinischen Küche ist.
Nach dem Essen war Flora leider so müde und aufgeregt, dass wir gleich abrauschen mussten. Weil Samstag abend war haben wir leider ein paar neue Nachbarn bekommen die die ganze Nacht Fiesta gefeiert haben. Am Sonntagmorgen waren die härtesten noch um 8 Uhr wach und haben sich grad eine Paella gemacht.
Ich hab seit gestern einen Sonnenbrand weil ich vergessen hab Karin zu bitten mir den Rücken einzuschmieren.

Mit der Rückentrage haben wir endlich wieder einen kleinen Ausflug machen können. Wenn Flo eingeschlafen ist versuchen wir sie ja oft reinzugeben aber manchmal wacht sie leider auf. Karin ist jetzt auf die glorreiche Idee gekommen ihr dann einfach die Brust zu geben und sie ist nach 2 Minuten wieder eingeschlafen.

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Täglich grüßt das Murmeltier. Bis auf den Wäschereibesuch haben wir heute morgen das selbe Programm abgespult wie gestern. Nur dass heute wirklich ein Bus vor der Tür stand. Wir haben ihn ein bischen warten lassen sozusagen als Ausgleich. Mein riesiger Rucksack hat nur noch am Sitz der Tourleiterin Marcia Platz gefunden, sie musste daher leider stehen.
Als wir in den Park eingefahren sind hat es zurerst geheißen die Strassen sind gesperrt. Das gilt aber scheinbar nicht für die gut vernetzten Tourveranstalter. Nachdem wir uns kurz das Museum angesehen haben sind wir gleich an die Ostküste gefahren um Pinguine und Seeelefanten zu sehen. Am Weg hatten wir das Glück Choiques, das sind so kleine Strausse und Guanacos zu sehen. Die Pinguine waren lustig. Sie haben um die Wette geschriehen und gekrächzt und waren nur 2m weit weg.
Am Seelefantenstrand waren zuerst nur 5 zu sehen. Man konnte auch nicht so richtig nahe hin, waren aber von dem wunderschönen Meer fasziniert. Auf einmal hat Marcia gerufen, dass Orcas zu sehen sind. Tatsächlich waren 5 der 28 Orcas die hier leben dabei die Küste auf und ab zu schwimmen. Von oben auf der Steilküste wo wir waren konnte man nicht so gut fotografieren daher haben wir alle versucht die Treppen runterzulaufen.
Man konnte dann am Strand noch weiter vor und ich bin gerannt wie ich konnte um die Orcas einzuholen damit ich näher dran bin. Der Boden war an einer Stelle mit einer Schlammpfütze bedeckt auf der ich einen netten Stunt hingelegt habe.
Es hat sich angefühlt als wäre ich 2m auf meiner rechten Ferse gerutscht, war aber als ich es beim zurückgehen nochmals gesehen habe eher nur so 30cm.
Ich hab dann endlich gute Fotos machen können und wir waren einfach komplett hin und weg. Die ganze Gruppe ist dann wieder hochspaziert um was zu essen aber wir haben noch aufs Meer gestarrt und immer wieder gesagt: "Du wir haben grade Orcas gesehen." Karin sagt das grad im Zelt immer noch.
Auf einmal kommen alle wieder von der anderen Seite, keine Ahnung wie die da hingekommen sind, aber sie können glaub ich auch gut tauchen. Sie waren dann ganz nah vor uns und wir konnten sie ohne rennen lange beobachten und mir ist auch die gute Idee gekommen ein Video zu machen.Orcatrunken sind wir dann ins Restaurant hochmaschiert wo keine Zeit mehr war wirklich was zu essen, aber wir haben ja Bocadillos mit.

Der nächste Stop war Punta Norte. Dort gibt es eine richtig große Seelöwenkolonie. Am Strand tummeln sich hunderte Babyseelöwen und kuscheln mit ihren Mamas und Geschwistern. Sie machen auch einen ordentlichen Lärm der aber schön mit der Brandung harmoniert.

Nach einer halben Stunde hat einer der Rangers draussen am Meer Orcas gesehen. Wir starren alle gebannt hinaus und sehen irgendwann wirklich die schwarze Rückenflosse. Nach ein paar Minuten springt der Orca aus dem Wasser und köpfelt wieder hinein. Alle schreien WOOOHOOO. Was Flora leider Angst gemacht hat. Der Orca macht noch ein paar Sprünge und wieder jubeln alle. Leider hab ich das nicht auf Film bannen können aber wir werden es sicher nie vergessen.

Nach einer Stunde sind wir dann in Puerto Piramides angekommen wo wir direkt beim Campingplatz rausgeworfen wurden. Der ist super gelegen und wirklich günstig. Aufgrund des Wassermangels laufen die Duschen nur von 19:30 bis 22:00 und kosten 10 Pesos was aber nicht schlimm ist. Unsere Nachbarn sind so eine Art Hippies die den ganzen Sommer hier wohnen und Muscheln sammeln die sie als Schmuck in Buenos Aires verkaufen. Eine Familie hat zwei Kinder, Emilio und Juana. Emilio der so um die 4 ist, ist mit seinem Lastwagen sofort zu uns gekommen und hat uns begonnen Löcher in den Bauch zu fragen. Wir haben ihn erstaunlich gut verstanden und ich hab ihm alles erklärt was ich konnte. Zum Beispiel was unser Kocher so macht, warum wir nur ein Zelt haben, ob Flora Käfer auf der Hand will, warum sie nicht gehen kann und so weiter.Flora war so von ihm und seiner großen Schwester angetan, dass sie zu Fuß bis zu ihrem Auto gelaufen ist und hat mit ihnen gespielt. Juana die 5 ist und einen Wackelzahn hat auf den sie sehr stolz ist, ist mit Flo an der Hand herumgegangen, hat sie getragen und Flora hat das alles super gefunden. Selbst als sie Gesicht voran auf den Boden gefallen ist oder Emilio sie auf den Rücken gelegt hat um ihre Zähne anzuschauen hat sie gar nicht geweint.
Erschreckt haben wir festgestellt, dass wir beim schnellen einpacken das Fleece eines unserer Mitreisenden gestohlen haben. Zum Glück haben wir wenigstens seine Emailadresse und können es ihm hoffentlich nachschicken.
Wir haben uns dann noch eine Packerlrisotto gemacht und sind eingeschlafen. Obwohl es ziemlich kalt war in der Nacht, war es im Zelt schön warm und auch Flo hat ihren Schlafsack jetzt besser angenommen.

(Karin) Ich hab heut Orcas gesehen...!

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Ein richtig argentinischer Morgen.
Es hat die Nacht über wahnsinnig geschüttet, gedonnert und geblitzt. Das Hühnerverschlagfenster hat bei mancher Windböe schon ordentlich gewackelt. Wir waren durchaus froh nicht schon diese Nacht im Zelt verbracht zu haben.
Ich bin dann um 6:45 aufgestanden und hab das tolle Licht am Meer nicht fotografieren können, weil ich zusammenpacken musste. Als wir endlich alles zusammenhatten und frühstücken waren ist Karin nochmal zur Wäscherei gegangen, und wirklich, sie war offen. Sie kommt also hoffnungsfroh mit dem Wäschebündel rein, wir stopfen die noch schnell in den Florucksack, da kommt der Hoteltyp rein und sagt, Peninsular Valdez cancelled.

Wir haben uns damit abgefunden und die Zeit genutzt um Fahrräder auszuborgen. Wir sind die Küstenstraße entlanggefahren und Flo hatte richtig Spaß. Irgendwann hat sie dann aufs Klo müssen und dann wollte sie trinken. Daher musste ich die Räder zurück schieben bis Karin Flo ins Buzzidil gegeben hat und mit ihr weitergefahren ist. In Wien hat sie mir das nie erlaubt. Nach dem Mittagessen bin ich auch kurz mit ihr so gefahren und es war super lustig.
Weil wir unsere Bocadillos heute schon gegessen haben, sind wir nochmals im Supermarkt gewesen. Ich hab mich von Karin breitschlagen lassen und wir haben eine Termos und Mate gekauft. Das Gewicht ist zwar sicher problematisch aber das gehört irgendwie zum argentinischen Lebenstil.
Am Weg zurück haben wir in der Halle des Sportvereins Tangotänzer gesehen. Der Lehrer hat uns reingewunken und wir haben eine kleine Lektion erhalten. Flo war leider schon sehr müde und so konnten wir nicht lange bleiben.
Der Tanguero Alfredo Sitner hat einen österreichischen Großvater gehabt und hat uns eingeladen ihn zu besuchen wenn wir wieder herkommen. Vielleicht können wir das ja machen, wenn wir aus Puerto Piramides zurückkehren.

Karin ist in das iPhonespiel Canabalt reingekippt. Sie hat meinen besten Highscore fast verdoppelt und ist nur mehr sporadisch ansprechbar. Wenn es am iPhone bloß Superstargeist gäbe.

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Wir haben heute nicht wirklich was gemacht. Wir haben für Morgen eine Tour auf die Peninsula Valdez gebucht und Mittag gegessen. Wir sind auch neben der Promenade im Schatten gelegen und haben am Strand ein bischen Sand mit einem Mädchen gespielt, das Flora ihr Spielzeug geborgt hat.

Wir haben auch versucht eine Aufzuchtstation für Seevögel zu besuchen aber dort wo die im Lonley Planet eingezeichnet ist, ist in echt nur eine Schule.

Die Hälfte unserer Wäsche ist noch in der Wäscherei, weil sie nicht fertig war und die Wäscherei trotz der Auskunft, das die Wäsche zwischen 8 und 9 fertig wird um 9 schon zu war. Merke, Argentinier kommen gerne zu spät und hören aber auch früher mit der Arbeit auf. Natürlich stehen keine Öffnungszeiten auf der Türe und unser Bus fährt morgen um 8:00. Im schlimmsten Fall müssen wir wieder herkommen anstatt gleich in Puerto Piramides auszusteigen. Dann müssen wir übermorgen nochmal hinfahren und noch eine Nacht in einem dieser überteuerten, mittelmässig üblen Hotels bleiben.

Wie teuer alles hier ist hat mich auch etwas beschäftigt. Die Preise im Lonley Planet muss man alle um 30% erhöhen damit das stimmt was leider auch heisst, das wir um 30% mehr Geld brauchen. Wenn so ein Hotel um 54 Euro dann auch noch übel ist, aber die anderen Hotels noch teurer sind und auch Trip Advisor noch schlechtere Kritiken haben, dann frag ich mich doch woher die Argentinier soviel Geld haben und warum sie es für so üble Hotels ausgeben.

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Wir haben den Bus letzte Nacht fast verpasst. Wir waren zwar rechtzeitig am Terminal haben aber dann so viel mit den Mitreisenden tratschen müssen das wir erst um 20:28 gemerkt haben, dass unser Bus der um 20:30 fahren sollte schon da stand. Auch das verdanken wir nur einer namenlos bleibenden Argentinierin die uns im Gespräch auf einmal gefragt hat wann denn unser Bus fährt. Als wir mit Sack und Pack und Kind und Kegel rausgerannt sind hat der Bus gerade nach hinten ausgeparkt und nur unser aktives Winken hat ihn nochmal zum stehen gebracht. Zuerst war dann kein Platz für unser Gepäck und Flora brauchte auf einmal eine Fahrkarte, was noch nie da war. Hat aber nur 5 Pesos gekostet. Niemand hat uns diese Action aber übel genommen. Fahrt man halt 15 Minuten später, auch gut. Der Kontrollor ist nochmal aufs Klo gegangen, alles ganz chillig.
Ab jetzt immer einen Alarm stellen. Auch wenn man rechtzeitig ist. Beim Aussteigen hatten wir zwar einen Alarm, haben aber trotzdem Floras Hut und eine Hose vergessen. Wir sind dann mit einem Taxi in die Stadt gefahren, weil Sonntags kein Bus fährt. Das Hostel sollte nach Auskunft der Touristeninfo noch freie Doppelzimmer haben, war aber nicht so. Ich hab uns dann Navigador-technisch schwer im Regen stehen lassen und wir sind eine halbe Stunde unnütz herumgelatscht weil ich am Plan das falsche Hostal anvisiert hatte. Das war echt Scheiße weil wir in zunehmender Hitze hungrig mit vollem Gepäck unterwegs waren.

Das Hotel Yanco das wir dann letzendlich genommen haben, würde echt keinen Preis gewinnen. Einzig postiv ist der Meerblick und dass sie uns gleich frühstücken haben lassen. Nach dem einchecken haben wir mal geduscht und geschlafen. Das Wasser riecht nach Algen und das Bett könnte kaum schlechter sein.

Die Stadt ist aber schön. Sie hat diese ewig lange Promenade mit Ausblick auf diese großartige Bucht. Que linda.
Flora fühlt sich hier auch wohl. Sie hat ihre Angst vor dem Wasser etwas abgebaut und traut sich jetzt auf Karins Arm im Wasser zu stehen. Nur um das nochmal klar zu stellen, sie berührt das Wasser natürlich nicht.

Wir wollten dann noch in ein Museum gehen, das hatte dann aber doch zu und so konnte ich die schlafende FLo nur wieder auf meinem Arm nach Hause tragen.

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Sa. 19.2.2011
Die Nacht in dem kleinen Hotel das sehr an eine argentinische Version einer Agatha Christie Novelle erinnert war sehr angenehm. Frühstück war mässig weil ich den Kaffee hier meist nicht mag und warum irgendwer Zwieback mit Marmelade in der Früh will ist mir auch ein Rätsel.
Wir haben es geschafft unsere Wäsche noch schnell gewaschen und getrocknet zu bekommen, hat aber 5 Pesos Trinkgeld gekostet. Das Mittagessen war problematisch weil die Parilla wo wir hin wollten im Jänner und Februar zu Mittag zu hat. Danke Lonley Planet.Wir sind also die 5 Blocks zurückgehatscht und haben im Piazza gegessen. Das Essen war soso aber der Kaffee ist echt italienisch und das Internet im WLAN Speedy wirklich schnell.
Eine Seltsamkeit der argentinischen GAstronomie ist, dass Wasser hier echt teuer ist. Teurer als Bier oder Cola und nie im Menü inkludiert. Ich muss mehr Bier trinken.

Ich war ein bischen zu sparsam mit dem Gewicht und hätte ein anständiges Daypack kaufen sollen.
Wir haben immer zuviel Kram für den winzigen Rucksack und ich hab mich dazu durchgerungen einen sehr leichten Billigrucksack zu erwerben. Bis jetzt bin ich recht zufrieden nicht soviele Sackerl herumzuschleppen.
Mir dünkt schön langsam, dass ich mit den Ausrüstungsentscheidungen die ich getroffen habe noch lange werde leben müssen weil man hier wirklich nix kriegt. Ich war schon in 3 Campingläden und hab gefragt ob sie Stuffsacks haben und sowas vekauft man hier einfach nicht.

Wir haben gestern noch Bustickets nach Puerto Madryn gekauft und werden die Nacht also wieder im Bus verbringen.
Kleiner Trost für die daheimgebliebenen, es regnet hier.

Fr. 18.2.2011
Die Nacht im Bus war recht anstrengend, vor allem für Karin. Flo wälzt sich rum als wäre sie im Bett und ist ganz fertig wenn sie dann nicht gut liegt. Wir haben es aber geschafft und sind um 6:00 in Bahia Blanca angekommen.

Wir haben am Terminal gefrühstückt und uns dann entschieden ein Hotel in der Stadt zu nehmen. Wir sind mal wieder dem Lonely Planet gefolgt und diesmal waren wir nicht enttäuscht. Das Hotel ist recht lieb, hat Wifi und Frühstück bekommen wir auch. Es kostet 200 Pesos, was mehr ist als im LP steht aber vielleicht wegen dem Frühstück. Karin ist so fertig gewesen dass sie nach dem duschen gleich eingeschlafen ist. Flo war aber recht unternehmungslustig und so bin ich mit ihr rausgegangen. Wir haben den Hauptplatz ausgecheckt, der ein sehr großer Park mit Spielplatz und dutzenden Straßenhunden ist. Ein Floparadies sozusagen. Nachdem ich eine viertelstunde mit einem Straßenkehrer gesprochen habe der mir sehr ans Herz gelegt hat nach Ushuaia zu fahren haben wir ein kleines Mädchen getroffen das in der Schaukel gesessen ist. Flo hat immer ihre Finger nach ihr ausgestreckt und irgendwann hat ihr die Kleine dann ein Bussi draufgegeben. Am Heimweg ist Flora dann auf meiner Schulter eingeschlafen und ich hab sie zu Karin ins Bett gelegt. Wir haben dann noch einige Stunden geschlafen und hatten danach richtigen Hunger.
Ich wollte schon die ganze Zeit den Angus Beef Burger von MacDonalds probieren und hier sind wir zufällig neben einem aus dem Bus gestiegen und wussten also wo er ist. Die Amis im Internet haben nicht gelogen, der ist wirklich viel besser als so ein normales Laberl. Nichts im Vergleich zu dem sensationellen Bife de Chorizo, dass wir gestern noch im Los Chicos del Europa in Mardel genossen haben aber viel besser als manche Wirtshausküche.

Ich lass mir jetzt mal die Haare schneiden.
Das hat ganz gut funktioniert, ich schau jetzt argentinischer aus.

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Wir haben gestern Abend noch eine Parilla mit Cesar, Lilianna, Marco und Frederic genossen. Sie waren unglaublich freundlich zu uns und haben nicht nur das ganze Fleisch besorgt sondern Cesar hat mich in die Kunst der argentinischen Parilla eingeführt. In dem riesigen Grill macht man seitlich ein Feuer das er sehr kunstvoll geschlichtet hat und das auch wirklich schön die leñas also Holzscheite zum Brennen gebracht hat. Leider waren das Holz das der Campingplatz verkauft hat nicht die beste Qualität und wir mussten sehr lange warten bis die Glut richtig war. Eine Stunde muss man aber auch bei optimaler Holzqualität einrechnen also nicht anfangen wenn man schon zu hungrig ist. Zu einer echten Parilla gibt es nur Salat und ein bischen Brot, dafür ein halbes Kilo Fleisch pro Person. Das wird dann alles sehr langsam gegrillt was nochmal eineinhalb Stunden dauert. Dafür ist dann aber auch alles sehr köstlich.

Zuerst wird die Wurst serviert, die unfassbar viel besser ist als unsere Würste oder zumindest als die die ich immer kaufe. Danach gibt es eine Runde Applaus für den Asador. Das Fleisch war relativ fettig, also keine Steaks sondern so ein eineinhalb Meter langer Streifen aus dem Rücken und ein Streifen von zwischen den Rippen. Durch das lange Grillen ist das Fett aber großteils ausgetropft und was überbleibt schmeckt sehr gut. Nach den ersten 400g wird einem aber ein bisschen schlecht wenn man es nicht gewohnt ist. Als Dessert haben wir Dulce de Leche Eis beigesteuert. Flo hat das ganze Essen hindurch in ihrem Schlafsack auf dem Boden geschlafen.
Auf den argentinischen Campingplätzen gibt es immer so ein Gemeinschaftshaus, den quincho. Dort ist ein ordentlicher Grill und Tische zum Essen. Es gibt aber auf dem Campingplatz noch 100 kleine Griller im Freien. Ich glaub ein Argentinier fahrt wieder wenn es nicht für jeden zweiten Stellplatz einen gibt.

Wir haben auch das Glück gehabt gestern einen Kolibiri zu sehen. Den konnten wir leider nur mehr schlecht als recht fotografieren, die kleinen Racker sind recht flink. In der Nacht hab ich aber auch noch eine Kröte gefunden, die dankenswerterweise stillgehalten hat. Marco hat mir gesagt das man sapo dazu sagt.

Leider sind sie schon um 4:30 in der Früh gefahren aber sie haben uns eingeladen sie zu Hause in Paranā zu besuchen wenn wir hinauf nach Iguazu fahren. Dann muss ich die Parilla machen, ich hoffe ich merk mir alles.

Wir haben recht elendig alles zusammengepackt und sind dann nach Villa Gesell zurückgefahren weil dort die Busse nach Mar del Plata gehen. Glücklicherweise fährt jede Stunde einer und wir mussten nur 30 Minuten warten.
Die Fahrt war schon viel schöner. Am Strassenrand dauernd Rinderherden und ewige weite Pampa. Es gibt auch relativ viele Vögel zu sehen.

Am Busbahnhof von Mar del Plata angekommen haben wir entschieden dass wir gleich nach Bahia Blanca weiterfahren wenn es einen Nachtbus gibt. Ich hab dann tickets für 23:30 bekommen, was heißt, dass wir um 6:30 dort sind.

Wir warten jetzt seit einer Stunde auf die Abfahrt und Flo ist extrem aufgekratzt. Unsere Nachbarn auf der Bank sind eine junge Mutter mit einer 2 Jährigen und einem 3 Monate alten Baby.
Die Kleine oder soll ich sagen Große will Flo unbedingt einen ihrer Lollies geben und nach einer halben Stunde schafft sie es und Flo ist ganz pickert. Ich habe unser Gepäck noch nicht abgeholt und bekomm ein halbes Magengeschwür als der Schalter zu macht. Mit hat der Typ zwar erklärt, dass sie 24 Stunden da sind und ich ihn auf Bahnsteig 19 finden werde aber irgendwie seh ich uns schon ohne Gepäck vor dem Bus stehen. Das Mädchen schaut sich dann noch eine halbe Stunde Fotos von Flo am Computer an und findet manche wirklich lustig. Ich hab auch versucht uns mit Photobooth aufzunehmen aber sie hat sich immer im richtigen Moment weggedreht.

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