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Aventurita

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Do 10.3.2011geweckt wurden wir um 6 uhr morgens von einem besorgeten anruf meines papas, der von einer tsunami warnung für feuerland gehört hatte und sich sorgte. roman befragte das internet zu diesem thema und schlief gleich noch eine runde. als wir dann schließlich aufstanden sahen wir die bilder von japan im fernsehen. entsetzlich!zuerst hieß es, dass die welle auch an die pazifikküste von feuerland kommen würde. doch es gab bald entwarnung.

also wir haben jetzt eine wg :-) max macht keine anstallten zu gehen. uns ist es auch recht, weil so das quartier günstiger wird und er ein echt angenehmer zeitgenosse ist. sein mate schmeckt auch viel besser als wenn wir ihn selber zubereiten... da ich immer noch riesig schmerzen hab, besteht unser tagesprogramm aus nix tun und drauf warten dass ich morgen endlich zur therapie gehen kann.

Fr 11.3.2011
roman hat einen zimmerkoller und musste abenteuer machen. aber davon soll erlieber selber erzählen.

Irgendwie war ein ganzes Monat mit Family jeden Tag glaub ich zuviel für mich. Ich war echt grantig in der Früh, ohne wirklichen Grund eigentlich und Karin hat mich dann rausgeschmissen. Ich wollt sowieso Mountenbiken gehen und sie hat mich, wie soll ich sagen, sehr dazu angeregt das jetzt endlich zu machen.Draussen hab ich mich dann aber überhaupt nicht danach gefühlt in den Shop zu gehen und mit dem diese ganzen Verleihsachen zu machen und bin deshalb einfach mal die Küste entlang gegangen.
In der Früh hat Karin mich darauf aufmerksam gemacht, dass es auf den Bergen frisch geschneit hat und sogar auf einem der weniger hohen den wir von unserem Wohnzimmerfenster aus sehen lag Schnee. Als ich diesen Berg dann so von der Küstenstraße aus gesehen habe, hat mich der Wunsch gepackt dort raufzugehen.Ich hab dann irgendwann eine Strasse in Richtung bergauf eingeschlagen und bin in einem Vorort gelandet von wo aus ich den Berg sehr gut sehen konnte. Vor ihm steht noch ein kleinerer Hügel auf dem ein Hotel trohnt. Ich war dann ein bischen unglücklich, dass ich keine Strasse finden konnte die direkt dort hin führt obwohl es doch klar so aussah, als ob da nicht viel dazwischen ist. Daher bin ich dann bei einer kleinen Ferienhüttensiedlung direkt auf diesen kleineren Hügel zugegangen und bald an einem Zaun gelandet. Ich hab mir gedacht, das dahinter sicher so eine Art Weide ist, weil ich auch Pferde sehen konnte. Beim Zaun war auch eine Art Leiter so dass ich gut drüberklettern konnte. Nach so hundert Metern war dann aber noch ein Zaun. Dem bin ich ein Stück gefolgt als ich plötzlich in einem Zauneck stand. Ich wollt aber nicht aufgeben und bin daher auch über diesen Zaun gesprungen. Nachdem es leicht abschüssig war und ich ohne wo anhalten über den Stacheldraht gesprungen bin hab ich schon gewusst , dass zurückgehen jetzt irgendwie mühsam wird.
Leider bin ich bald vor dem nächsten Zaun gestanden. Der war dann wirklich hoch, also so 1.75m. Auch mit Anlauf war da also mit rüberspringen nix. Ich hab den nächsten Baum zum Anhalten verwendet und bin dann den Zaun hochgeklettert. Oben hab ich mich zum Glück gut auf den Baum stellen können und bin dann rübergesprungen.
Nach 500m ist es dann so richtig steil runtergegangen und ich hab unten auch Häuser oder Hütten gesehen. Nachdem ich nicht irgendjemandes Privatsphäre stören wollte und auch keinen Ärger wollte, bin ich auf der oberen Kante weitergegangen, bis ich wenigstens 200m von der nächsten Hütte runtergegangen bin. Unten war aber eine naße Wiese und weil es sehr steil war bin ich gleich mal ordentlich gerutscht. Als ich wieder aufgestanden bin hab ich gesehen, dass da schon wieder ein Zaun ist, und dahinter dann ein Fluß. Da hab ich dann auch endlich verstanden warum die Straße nicht einfach da entlang geht, hehe.
Der Zaun hat einen recht dicken Baumstamm als einen seiner Pfosten gehabt auf den ich dann raufklettern konnte. Nachdem das alles Maschendrahtzaun ist, kann man sich ja dann gut reinstellen, man muss nur wegen dem Stacheldraht oben aufpassen. Der Fluß war natürlich ein Problem, weil ich irgendwie rübermusste aber auch gut weil Flußufer normalerweise ja nicht im Privatbesitz sind. Ich hab dann nur 100 Meter weit weg eine kleine Brücke gefunden. Die war zwar ziemlich russisch gemacht, so aus alten Kabelrollen für die Straße und mit Zement ausgegossenen Fässern, aber besser als waten. Als ich auf die andere Seite komme sehe ich einen Hund und nehm mir gleich 2 große Steine damit ich ihn bewerfen kann fals er aus dem Zaun rauskann.
Glücklicherweise hat er das nicht gemacht. Ich glaub sonst hätter er mich einfach gefressen. Er hat mich locker 50 Meter den Zaun entlang verfolgt und mich so angebellt und gefletscht, dass meine Hose leicht naß wurde. Dann hat ihn zum Glück sein Besitzer der in einer der Hütten wohnte zurückgepfiffen. Nicht zu früh weil 20 Meter weiter hatte der Zaun dann eine offene Stelle. Ich wär wahrscheinlich ins Wasser gesprungen, war ja nicht so tief und der Hund wollte ja glaub ich nur sein Revier verteidigen.Nachdem ich mich jetzt definitiv nichtmehr getraut habe dort über den Zaun zu klettern blieb mir nichts anderes über als am Fluß weiterzugehen. Nach ein paar hundert Metern ist dann ein weiterer kleinerer Fluss in den anderen geflossen. Die Landbesitzer haben über den einfach den Zaun drübergebaut. Ich stand also vor der Wahl entweder durch den kleinen Fluß zu waten, wobei ich mich am Zaun hätte anhalten können oder über ebendiesen zu klettern.
Trotz Angst vor weiteren Killerhunden habe ich mich entschlossen den Zaun zu nehmen. Der Fluß führt einfach nicht in die Richtung in die ich wollte und irgendwann hätte ich also sowieso drübergemusst.
Die Entscheidung war auch garnicht schlecht, weil ich bald einen Weg fand der mich nach 10 Minuten auf eine Straße brachte, von der ich das Hotel und meinen Berg sehen konnte.
Von der Straße zweigte ein Weg ab der mir direkter erschien. Ich folgte ihm und kam nach einer Viertelstunde bergauf im Wald auf eine Art Weide. Dort folgte ich einem Zaun bergauf und stieß wieder auf die selbe Straße, nur wohl ein paar Serpentinen weiter oben. Ich konnte jetzt auch sehen, dass das Hotel genau wie die Straße erst in Bau waren und entschloss mich daher, auf direkten Wege auf meinen Berg zuzugehen. Das Hotel war ohnehin nicht sehr hoch und ich wollte doch rauf zum Schnee. Nachdem aber die Sonne schien und es immer wieder recht warm war, wenn kein Wind ging bekam ich Angst das der wohl schmelzen würde bevor ich oben ankäme.In Richtung Berg ging es gleich einmal ordentlich bergab. Das war natürlich nicht so toll. Am tiefsten Punkt war eine extrem nasse Wiese. Es lagen ein paar umgefallene Bäume drinnen aber leider keiner lang genug damit ich ganz rüberkonnte. Ich ging so vorsichtig wie ich konnte aber die Wiese hatte immer wieder Löcher und meine Schuhe wurden nass. Dafür konnte ich den interessant ausgetrockneten Krater eines vom Wind umgerissenen Baumes sehen.
Hinter der Wiese ging ich im Wald hoch und fand dort nach ein paar Minuten einen Weg.Der führte in die Richtung der weniger steilen Flanke und ich folgte ihm ein Stück. Irgendwann ging er mir aber zu weit bergab und ich entschloss mich einfach durch den Wald raufzugehen.
Dank Sonne und iPhonekompass konnte ich ja ganz gut sagen wo ich hinmusste. Im Wald wurde es dann immer steiler und der Schweiß rann mir ordentlich runter. Nach einer Viertelstunde oder so hab ich dann zwei Plastikbänder um Bäume gefunden und wähnte mich schon auf einem Weg. Die "Markierungen" wiederholten sich aber leider nicht.Langsam wurde ich auch müde und begann darüber nachzudenken ob das alles so gescheit ist was ich da machte. Erstens hatte ich kein Handynetz mehr und zweitens musste ich auch in damals glaube ich 3 Stunden mit Karin bei ihrem Physiotherapeuten sein. Außerdem habe ich aus irgendeinem Grund kein Wasser mitgenommen.
Der Weg bis hier hatte aber nur eineindreiviertel Stunden gedauert und den Großteil davon konnte ich beim Rückweg mit dem Taxi machen. Auf der Straße die ich zwei mal gekreuzt habe sind mir auch Autos aufgefallen und in Argentinien nimmt einen schnell einer mit. Nachdem wir hier ja am Ende der Welt sind fahren auch alle Leute in meine Richtung.
Das hat mich dann aufgebaut und ich bin einfach weiter den Wald hinauf. Nach 20 Minuten hab ich endlich die Sonne gesehen. Meine Motivation hatte mich schon fast verlassen, aber das gab mir Auftrieb. Als ich es endlich bis dorthin geschafft hatte stand ich allerdings vor einem Latschenfeld. Positiv war, dass es Laubbäume waren die hier verlatscht waren. Die stechen wenigstens nicht. Ausserdem wurde ich mit einem vorläufigen Ausblick belohnt.
Entschlossen nicht aufzugeben begann ich durch das Latschenfeld zu kräulen. Anders kann man es nicht ausdrücken.
Das Unterholz der Latschen war recht morsch und ich konnte es dort wo es mir im Weg war normalerweise gut rausbrechen. Ich bin dann in der Hocke hochgekraxelt und hab mich an den Latschen weitergezogen. Manchmal war wo eine richtige Lichtung und ich konnte drei oder vier Meter normal gehen, was sehr luxuriös war. Auf genau so einer Lichtung begann es auf einmal zu schneien und ich stand in der Sonne mit 100 komischen kleinen Fliegen auf meiner schwarzen Jacke, runderherum segelten einige wenige dafür ziemlich große Schneeflocken runter.
Das hat mir ein bischen sorgen bezüglich der Temperaturen oberhalb der Latschen gemacht, mich aber positiver über meine Chance denken lassen doch Schnee zu sehen.
Die Latschen wurden dann allmählich kleiner was das Problem aufwarf, dass ich nichtmehr unter sie drunter passte, egal wie bucklert ich bereit war zu kräulen. Ich kam dann auf die Idee einfach auf die dicksten Stämme zu steigen und mich an den dünnen wie an Seilen anzuhalten. Das funktionierte gut und ich konnte wie ein Riese durch die Baumwipfel gehen. Das Problem war das der ganze Scheiß echt anstrengend war und man eigentlich nur 5 Meter weit gesehen hat. In meiner Erinnerung war der Berg aber echt nicht so hoch und daher musste auch dieses verdammte Latschenfeld, das ich von unten aus nicht wahrgenommen hatte auch irgenwann einmal aus sein. Auf einmal war da etwas fast genauso gutes. Ein Weg im Latschenfeld. Begeistert habe ich den gleich fotografiert und die Aussicht genossen. Ich war zu diesem Zeitpunkt 15 Minuten in den Latschen gewesen, es hat sich aber nach Stunden angefühlt. Top motiviert bin ich den Weg weiter und nach der ersten Biegung waren die Latschen auch schon aus.
Der Gipfel schien mir schon nah zu sein und ich war begeistert vom Panorama. Die Bergkuppe war auch komplett mit so einer Art Preiselbeere bedeckt deren Wurzelwerk einen weichen Schwamm bildet. Dadurch ging ich wie auf einer Matratze. Ich war schon echt fertig und die Zeit wurde auch immer knapper. In nur 2 Stunden und 20 Minuten musste ich beim Termin seien. Das war schon weniger Zeit als ich bis dahin unterwegs war. Ich hab mir dann aber gedacht, dass ich sicher nicht so schnell wieder hier raufgehe und zweitens runter immer alles viel schneller geht. Das habe ich von meinem Vater gelernt und wusste daher aus Erfahrung, dass es nicht in hundert Prozent aller Fälle zutrifft, was zum Beispiel bei dieser Latschenfeldsache potentiell ein Problem werden hätte können. Es ist aber in hundert Prozent der Fälle eine gute Ausrede um noch weiter rauf zu gehen.
Aus Rücksicht auf die Rückenleiden meiner Frau und der Integrität meiner Beziehung zu ihr habe ich aber beschlossen nicht bis zum Gipfel zu gehen sondern nur bis ich auf die andere Seite sehen kann.
Nach jeder Kuppe war aber leider wieder eine neue Kuppe da. Irgendwann hab ich dann endlich den Schnee gefunden.
Eine Hand voll habe ich auch gegessen und es war unglaublich köstlich. Mehr hab ich mich nicht getraut weil ich irgendwann gelesen habe, dass das dem Magen nicht so unglaublich gut tut oder so. Wahrscheinlich eh nur wenn einem kalt ist und man wirklich viel Durst hat aber was solls ich hab mir gedacht lieber vorsichtig sein und ich kann auch unten trinken, dass geht ja dann eh schnell. Nach dem Schnee war nurmehr ein einziger kleiner Hang und dann hab ich endlich das nächste Tal gesehen.
Das war einfach unglaublich für mich. Google hat mir zwar später gezeigt das der Berg nicht ganz 800 Meter hoch war, die ich aber immerhin komplett gegangen bin, ich war ja auch am Meer, ich konnte aber trotzdem unglaubliche schneebedeckte Berge sehen und ein Tal das komplett unbewohnt war. Nachdem es arschkalt war und ich es extrem eilig hatte habe ich nur ein paar Fotos und Videos gemacht und bin dann los.
Ich hatte jetzt noch genau 2 Stunden Zeit bis zum Termin. Ich hab etwa 2 Stunden hinaufgebraucht und war insgesamt so 2:45 unterwegs. Ich habe daher eine Technik angewandt die ich ebenfalls von meinem Vater gelernt habe und die er als "hirschen" bezeichnet. Dabei läuft man genauso schnell bergab, das man sich mit einem Konfidenzintervall von 95% nichts bricht. Das hat den extremen Vorteil, das es unglaublich schnell, geht und den Nachteil, abgesehen von etwaigen gesundheitlichen Risiken, dass es fast so anstrengend wie bergauf gehen ist.
Der unglaublich weiche Boden und meine superdünnen Sohlen haben echt gut harmoniert und so war ich nach 7 Minuten wieder beim Latschenfeld. Bergauf hat das mehr als dreimal so lange gedauert. Ich hatte so einen verschwommenen Plan beim bergabgehen diesem Weg im Latschenfeld zu folgen, den ich 15 Meter weit beim Aufstieg genossen hatte.
Nur leider konnte ich den beim Abstieg nirgends finden. Ich daher beschlossen einfach mal das absteigen in den Latschen zu probieren. Das ging zum Glück viel besser als das bergaufgehen. Ich musste nur kurz unter die Latschn kriechen und konnte fast die ganze Zeit auf ihnen gehen weil sie jetzt in die Richtung wuchsen in die ich ging und ich sie mit den Füßen runterdrücken konnte, statt mit den Händen. Nach ingesamt einer Viertelstunde stand ich wieder am Waldrand und hatte das Gefühl, dass sich das alles gut ausgehen würde. Beim Absteigen hatte ich leider nicht die Sonne als Wegweiser und konnte auch eigentlich nie etwas sehen wodurch das mit dem Kompass auch nicht so toll war. Ich wollte auch nicht dauernd stehenbleiben und draufschauen. Die Richtung bergab war aber zum Glück eindeutig zu erkennen und für das Erste auch ausreichend. Im Wald konnte ich dann richtig gut weiterhirschen was ich auch versucht habe auf Video zu bannen. Die starken Bewegungen waren der iPhone Kamera aber dann doch zu viel des guten. Nachdem das ein echter Urwald ist liegen überall ungefallene Bäume und ich hatte riesigen Spaß über diese zu springen. Irgendwann war das aber echt anstrengen und ich habe gemerkt das meine Koordination langsam unter meiner Müdigkeit zu leiden beginnt. Diese Einsicht hat mir leider nichts geholfen und ich hab mir beimübersteigen eines Baumes ordentlich das Schienbein aufgehaut. Hätte doch springen sollen.
Irgendwann war ich dann in so einem Knusperwald wo lauter Äste am Boden geknackst haben. Das hat mich nervös gemacht weil ich da beim Aufstieg nicht durchgekommen bin. Zum Glück konnte ich dann schon langsam das nervige piepsen eines Lastwagens im Rückwärtsgang hören. Das kam sich von der Baustelle der Straße und ab und zu konnte ich sie auch kurz sehen. Auf einmal wurde der Boden richtig grün und ich fand mich auf der falschen Seite eines kleinen Baches wieder. Der wäre ansich leich zu überspringen gewesen aber die Wiese die er bewässert war so tief, das mein rechter Fuß richtig naß wurde. Das war dann irgendwie die größere Version der Wiese über die ich beim raufgehen gekommen bin. Das war natürlich gut, weil ich ja dann irgendwie parallel zu meinem Aufstiegsweg runtergekommen sein musste. Da dachte ich mir kurz, dass ich auch eine Karte am iPhone hätte haben können und GPS verwenden wenn ich diese Wanderung nicht ultraspontan nach einem Bankomatbesuch gestartet hätte.
Auf dieser Wiese musste ich jedenfalls dann über einen umgefallenen Baum balancieren der aber wirklich groß war.
Im letzen Stück der Wiese bin ich wieder ausgerutscht und mein Fuß ist in so einem Loch gesteckt. Zum Glück war ich echt langsam unterwegs, weil ich ja mittlerweile wusste, dass das der gefährlichste Untergrund ist.

Endlich auf der Straße angekommen war dort so ein piepsendes Baufahrzeug das man verwendet um eine Sandstraße zu bauen. Zwei Arbeiter haben mit Hammer und Meisel auf metergroßen Gesteinsbrocken rumgeklopft was mir einigermaßen seltsam vorgekommen ist. Ihrem Blick nach zu urteilen haben sie meine Anwesenheit auch komisch gefunden. Erst hier habe ich wirklich realisiert, dass das Hotel oben nicht fertig ist und daher vielleicht doch keine Autos kommen die mich mitnehmen können. Es war so 14:45 und um 16:00 war der Termin. Nachdem ich wusste, das der Weg über den Fluß sicher zu lange dauern würde, beschloß ich einfach die Strasse weiterzugehen. Nach der ersten Kehre wurde mir aber klar, das die Straße echt lang war und fing an zu laufen. Ich war leider schon müde und daher lief ich nicht furchtbar schnell. Da es die ganze Zeit bergab ging, war ich aber trotzdem gut unterwegs und kam auch bald dort vorbei wo ich die Straße das erste mal gekreuzt hatte. Ungefähr da kam mir auch ein Kleinbus entgegen und ich hoffte inständig aber letztlich vergebens dass er nur ein paar Arbeiter holen würde und mich dann mitnehmen würde.Als die Straße dann wieder bergauf ging gab ich einige Flüche von mir an die ich mich nicht mehr erinnere und deren Wiedergabe hier auch sicherlich unpassend wäre. Jedenfalls musste ich gehen weil zum laufen war echt kein Saft mehr da. Das wieder in Gang kommen an der Kuppe war echt hart aber was tut man nicht alles um 5 Wochen in einer 13 wöchigen Reise einen Scheidungsgrund zu vermeiden. Nach ein paar Minuten wurde ich belohnt und konnte das Ende der Sandstraße sehen. Nur einen Kilometer weit von der Straße weg die ich ursprünglich genommen hatte um zum ersten Zaun zu kommen über den ich gesprungen war.
Allerdings war ich auf der anderen Seite des Flusses und je näher ich kam desto klarer wurde mir, dass nicht nur die Straße eine Baustelle war, sondern auch die Brücke. Hier retteten mich aber die laxen Sicherheitsvorkehrungen in Argentinien. Ohne Anstalten ließen mich die Bauarbeiter über die unfertige Brücke ohne Geländer mit Silolaster drauf und allem möglichen anderem Baugerät. Sie hielten einfach kurz den Betrieb an und winkten mich durch. Einer hat mir nur kurz gedeutet, dass ich nicht in das Loch fallen soll wo der Baustahl rausstand und wohl gleich der Zement reingekippt werden sollte. Nachdem es erst kurz nach drei war und ich wusste das der Taxistandplatz nicht mehr sehr weit war, war ich sehr erleichtert. Ich ging trotzdem schnell weiter, weil ich damit meine Chance wahren konnte vor der Fahrt zum Arzt noch zu duschen.Sogleich ereilte mich aber das Glück des Tüchtigen und am Strassenrand stand ein Remis, also ein Funktaxi, das mich mitnahm und um 15:15 vor dem Apartment absetzte. Ich bestellte ein zweites für in 15 Minuten und konnte duschen.

am nachmittag konnte ich endlich zur therapie gehen! und: es war super! der therapeut hat mir erklärt, dass mein ileo sacral gelenk entzunden sei. das dauert ein bisserl. kühlen, schonen und entzündungshemmer nehemen. vor allem nix machen was weh tut. das heißt ich bleib erst mal zu hause. nicht der schlechteste ort um so was zu haben, bei der atemberaubenden aussicht die wir von unserem arpartement aus haben. noch dazu haben wir kabelfernsehen und echt schnelles internet. also nicht so schlimm. flo findet es auch super hier. sie läuft den ganzen tag hier rum und macht so ihre sachen. die schmerzen werden schon weniger und in mir steigt die hoffnung doch noch einen trek machen zu können.

Posterous theme by Cory Watilo