Karin hat mich überzeugt mit Max reiten zu gehen. Oder cabalgatas machen wie die das hier nennen was aber nichts mit Kabelkatzen zu tun hat. Leider.
Nachdem uns der französische Tourguide den wir beim Osteopathen kennengelernt haben empfohlen hat direkt zum Centro Hipico zu gehen und dort nach Adolfo zu fragen haben wir das gemacht. Fast jede Agentur bietet reiten an aber die werden doch nicht alle ihre eigenen Pferde haben.
Als wir dort um 11 ankommen bekommen wir leider mitgeteilt, das wir erst um 14:30 losreiten können. Für die direkte Buchung bekommen wir aber einen Diskont von 20 Pesos was so ungefähr der Taxifahrt entspricht, der ganze Spaß kostet also 160 Pesos pro Nase. Flo hätte auch mitreiten können im Buzzidil aber das würd ich mich glaub ich nichtmal trauen wenn ich reiten könnte und Karin sowieso nicht mit ihrem Kreuz.
Nachdem wir wieder dort ankommen begrüsst uns eine junge blonde Dame die mich fragt woher ich komme. Als ich sage woher fragt sie mich gleich ob ich auch Deutsch verstehe. Sie heißt Antje, ist aus Chemnitz und hat ein Semester in Buenos Aires studiert. Sie macht hier ihr Praktikum in Languages and Business Administration als Reitguide.
Nach ein paar Minuten führt sie uns zu den Pferden und fragt wer ein weißes will. Ich sag gleich ja und lande so bei Zodiac einem Hengst. Von einer Kiste steige ich auf seinen Rücken und es ist erst garnicht so übel. Nach kurzer Einführung in die Reitkunst sollen wir einmal warten. Max bekommt eine braune Stute namens Florinda.
Es kommen noch drei weitere Todesmutige aber die lassen sich Zeit. Es gibt aber leider nicht einmal Mate um die Zeit zu überbrücken. Unsere Mitreitenden erscheinen endlich und es ist eine winzige Inderin und zwei kleine Chinoamerikanerinnen. Das ist ein guter Tag für die Pferde.
Es geht sofort einen Abhang runter und Zodiac ist der festen Ansicht, dass die anderen Pferde zu langsam reiten und muss sie deshalb überholen. Da hab ich mich erst mal gefürchtet. Nachdem er dann auch gerne mal einen anderen Weg nehmen wollte als die anderen hat Antje gesagt, dass ich mich mal durchsetzen soll. Das hat geholfen.
Ich hab einfach fester an den Zügeln gezogen, damit er nicht abrauscht und schon war er ganz brav. Nur bergauf hat er immer furchtbar gebuckelt. Die anderen sind sanft hinaufgetragen worden und ich bin auf Zodicas Rücken auf und abgehüpft.
Mein Kampf mit dem Ross zu Beginn hat sich aber im Laufe des Ausritts bezahlt gemacht weil ich so gleich mitgelernt habe ihn vom Essen und willkürlich stehen bleiben abzuhalten. Florinda ist dauernd stehengeblieben und Max, seines Zeichens Vegetarier der Tierleid nicht aushält, war nicht fähig ihr die Sporen zu geben. Nachdem es Antje zuerst mit spöttischem Humor probiert hat, hat sie mich dann beauftragt hinter ihm zu reiten und Zisch- und Knacklaute von mir zugeben wenn sie wieder nicht weiterwill. Das hat irgendwie funktioniert, aber vielleicht auch nur weil sie wusste, dass ihr Zodiac auf den Hintern schaut während sie gerade mampft.
Wir sind dann zum Meer hinuntergeritten, wo es mir kurz gelang mein/en Zodiac zu wassern, was Antje fotografisch festhielt. Am Rückweg wollte ich ihn immer dazu bringen einmal schneller zu laufen. Einmal ist er 5 Schritte getrabt aber ich hab mich dann doch nicht mehr getraut. Wahr wahrscheinlich besser so.
Während Roman sich hoch zu Ross die Umgebung ansah, bevorzugten Flo und ich eine Tour mit einem alten Doppeldecker. War ganz witzig und hat die Zeit allein verkürzt (mein Rücken tut immer noch höllisch weh). Damit eine Stadttour hier eine Stunde dauert, muss der Bus 2,3 mal für 5-10 Minuten Fotopause stehenbleiben...
