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Karingata

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Ich war heut reiten. Nachdem mein Rücken sich wieder erholt hat und es hier das Angebot gab dacht ich mir, ich probier das auch mal. Da es auch nur 2 Stunden dauert und nicht 4-5 wie das Tauchen mit den Seelöwen dacht ich mir, das schaffen Flo und Roman auch ohne mich.

Da das Reiten aber erst um 17 Uhr losging, machten wir noch einen Spaziergang. El Calafte bietet einiges für Rucksacktouristen. Auf der San Martin (die Hauptstraße, wie ja immer...) reihen sich die Camping und Outdoorgeschäfte neben den Touragenturen auf. Allerdings macht der Tourismus diesen Ort wirklich nicht schöner. Außerdem find ich es sehr befremdlich, das ein Ort an so eienm wunderschönem See sich von diesem abwendet und weder einen Uferweg, noch irgendwas anderes in der Richtung hat. Das Dorf ist sehr weit angelget und die Häußer stehen in sehr weitem Abstand wild über die umligenden Hügel verstreut. Die einzige begehbare Stelle am Ufer ist ein Naturpark. Dort gibt es jede Menge verschiedene Vögel zu sehen. Unter anderem Flamingos. Da ich um 17 Uhr wieder im Hostel sein musste, schafften wir nur ein kleines Stück weil Flo zuerst wieder mal herumg'chaffteln musste (mit Pferdegacki spielen, Steine aufsammeln und mir geben, Blumen pflücken und versuchen zu essen...). Als sie dann müde war und schlafen wollte, war es schon spät und wir mussten zurück.

Um 17 Uhr stieg ich also mutig in den Bus. Es war das erste mal, dass ich etwas ohne meine Tochter unternahm (die Prüfung zählt nicht...). Na gut ich gebs zu: mir war ganz mulmig im Bauch, weil Flo vorher ganz aufgelöst war als ich aus dem Zimmer ging. Dann hat Roman sie geschnappt und ist mit ihr einkaufen gegangen. Das ist sie ja gewohnt. Die beiden machen jetzt ja öffter was alleine. Aber das ich sie im Zimmer alleine gelassen hatte, das wollte sie gar nicht.Also, im Minibus, lernte ich die anderen Reiter kennen. Eine Familie aus Buenos Aires. Also alles Argentinier, die sich schon lebendig mit dem Guide, einem echten Gaucho, unterhielten. Ich verstand kein Wort. Na toll dacht ich. Am Stall angekommen mussten wir erst mal unterschreiben, dass sollten wir uns den Hals brechen, dass sie nicht verantwortlich sind. Dann wurden die Pferde verteilt. Ich bekam Luna. Eine ganz hübsche, liebe Stute. Wenn Roman gemeint hat, man habe ihm 10 Sachen erklärt, so muss ich sagen, das war eh noh viel. Mir wurde gezeigt, Zügel rechts, das Pferd geht rechts, Zügel links das Pferd geht links, Zügel anziehen und das Pferd bleibt stehen.
Im nachhineien, hat auch gestimmt... Der Ausritt war sehr schön. Wir ritten auf eine Anhöhe, von der aus man einen wunderschönen Blick auf den Lago Argentino hat. Am Rückweg hatte ich wieder ein mulmiges Gefühl im Bauch. Als wir dann zurück waren und der Gaucho-Guide anfing Mate auszuschenken, hatte ich den unbendigen Drang einfach nach hause loszulaufen. Ich hab mich dann zusammengerissen und hab lächelnd noch einen Mate getrunken und hab dem Gaucho zugehört wie er Geschichten über wilde Pferde erzählte die er in den Anden jagt. Im Auto war es kein mulmiges Gefühl mehr sondern schon ein Tornado im Bauch. Bei der Ankunft beim Hostal kam mir Roman schon mit Flo im Buzzidil entgegen. Er war ein bisserl bleich um die Nase. Kurz gesagt es ist nicht so super gelaufen für die beiden... Aber das erzählt Roman besser selber. Jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen und Roman ist entmutigt. Hat sich also alles in allem nicht so ausgezahlt.

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