Wir haben gestern Abend noch eine Parilla mit Cesar, Lilianna, Marco und Frederic genossen. Sie waren unglaublich freundlich zu uns und haben nicht nur das ganze Fleisch besorgt sondern Cesar hat mich in die Kunst der argentinischen Parilla eingeführt. In dem riesigen Grill macht man seitlich ein Feuer das er sehr kunstvoll geschlichtet hat und das auch wirklich schön die leñas also Holzscheite zum Brennen gebracht hat. Leider waren das Holz das der Campingplatz verkauft hat nicht die beste Qualität und wir mussten sehr lange warten bis die Glut richtig war. Eine Stunde muss man aber auch bei optimaler Holzqualität einrechnen also nicht anfangen wenn man schon zu hungrig ist. Zu einer echten Parilla gibt es nur Salat und ein bischen Brot, dafür ein halbes Kilo Fleisch pro Person. Das wird dann alles sehr langsam gegrillt was nochmal eineinhalb Stunden dauert. Dafür ist dann aber auch alles sehr köstlich.
Zuerst wird die Wurst serviert, die unfassbar viel besser ist als unsere Würste oder zumindest als die die ich immer kaufe. Danach gibt es eine Runde Applaus für den Asador. Das Fleisch war relativ fettig, also keine Steaks sondern so ein eineinhalb Meter langer Streifen aus dem Rücken und ein Streifen von zwischen den Rippen. Durch das lange Grillen ist das Fett aber großteils ausgetropft und was überbleibt schmeckt sehr gut. Nach den ersten 400g wird einem aber ein bisschen schlecht wenn man es nicht gewohnt ist. Als Dessert haben wir Dulce de Leche Eis beigesteuert. Flo hat das ganze Essen hindurch in ihrem Schlafsack auf dem Boden geschlafen.Auf den argentinischen Campingplätzen gibt es immer so ein Gemeinschaftshaus, den quincho. Dort ist ein ordentlicher Grill und Tische zum Essen. Es gibt aber auf dem Campingplatz noch 100 kleine Griller im Freien. Ich glaub ein Argentinier fahrt wieder wenn es nicht für jeden zweiten Stellplatz einen gibt. Wir haben auch das Glück gehabt gestern einen Kolibiri zu sehen. Den konnten wir leider nur mehr schlecht als recht fotografieren, die kleinen Racker sind recht flink. In der Nacht hab ich aber auch noch eine Kröte gefunden, die dankenswerterweise stillgehalten hat. Marco hat mir gesagt das man sapo dazu sagt. Leider sind sie schon um 4:30 in der Früh gefahren aber sie haben uns eingeladen sie zu Hause in Paranā zu besuchen wenn wir hinauf nach Iguazu fahren. Dann muss ich die Parilla machen, ich hoffe ich merk mir alles. Wir haben recht elendig alles zusammengepackt und sind dann nach Villa Gesell zurückgefahren weil dort die Busse nach Mar del Plata gehen. Glücklicherweise fährt jede Stunde einer und wir mussten nur 30 Minuten warten.
Die Fahrt war schon viel schöner. Am Strassenrand dauernd Rinderherden und ewige weite Pampa. Es gibt auch relativ viele Vögel zu sehen. Am Busbahnhof von Mar del Plata angekommen haben wir entschieden dass wir gleich nach Bahia Blanca weiterfahren wenn es einen Nachtbus gibt. Ich hab dann tickets für 23:30 bekommen, was heißt, dass wir um 6:30 dort sind. Wir warten jetzt seit einer Stunde auf die Abfahrt und Flo ist extrem aufgekratzt. Unsere Nachbarn auf der Bank sind eine junge Mutter mit einer 2 Jährigen und einem 3 Monate alten Baby.
Die Kleine oder soll ich sagen Große will Flo unbedingt einen ihrer Lollies geben und nach einer halben Stunde schafft sie es und Flo ist ganz pickert. Ich habe unser Gepäck noch nicht abgeholt und bekomm ein halbes Magengeschwür als der Schalter zu macht. Mit hat der Typ zwar erklärt, dass sie 24 Stunden da sind und ich ihn auf Bahnsteig 19 finden werde aber irgendwie seh ich uns schon ohne Gepäck vor dem Bus stehen. Das Mädchen schaut sich dann noch eine halbe Stunde Fotos von Flo am Computer an und findet manche wirklich lustig. Ich hab auch versucht uns mit Photobooth aufzunehmen aber sie hat sich immer im richtigen Moment weggedreht.
