Nachdem wir in Esquel das Quartierdesaster hatten, entschieden wir uns sobald es warm genug ist wieder zu campen. Als wir in Bariloche ankamen waren wir positiv überrascht. Es war warm. Juhu, dacht ich, kein Hostal suchen. Nach einer weiteren kurzen Fahrt nach Villa la Angustura, gingen Flo und ich zur Tourist Info und wollten wissen wie wir zu dem schönen Campingplatz kommen, den uns der Lonley Planet so empfiehlt. Nun, der hat schon zu. Gut, es gibt noch andere. Wir steigen also in ein Taxi, fahren dort hin, kommen an auf einem ganz leeren Campingplatz. Wir stellen unser Zelt auf einen vermeintlich sonnigen Platz und freuen uns über die schöne Aussicht, die frische Luft und die Plastik Nachzieh-Ente, die sich Flora von den Enkerln des Besitzers ausborgen durfte. Roman ist überzeugt ohne Schlafsack zu schlafen, da wir Flos Schlafsack in Chalten gelassen haben, nachdem wir ihn nicht verwendet haben. Die Idee war, Flo und ich schlafen in unseren Schlafsäcken und Roman zieht alles an was er hat und schläft ohne. Ich muss sagen, ich hielt das für eine blöde Idee. Die Nacht war sehr anstrengend Flo war sehr unruhig und Roman fror. Um 5 Uhr gab er schließlich auf und kroch zu uns in den warmen Schlafsack. So versuchten wir noch 2-3 Stunden zu schlafen, bis uns die Sonne dann wärmen würde. Nun die Sonne geht hier sehr spät auf und wir befanden uns in einem Tal und unser Zelt stand auf einem Nordhang... Es wurde noch lange nicht warm...Um 8 wachte FLo auf, und wir marschierten in die Stadt. Roman hatte Halsweh und fühlte sich nicht so gut. Also bestand unser Tag nur aus einkaufen gehen und Kaffee trinken. Am Nachmittag wollten wir uns einen Wasserfall ansehen fahren, der auf der Karte der T-Info ganz nahe an der Stadt ist, doch der Besitzer des Campingplatzes klärte uns auf, dass es doch ziemlich weit ist und mit dem Taxi doch wohl sehr teuer. Der Alternativplan mit einer Gondel zu einem Aussichtsplatz zu fahren, wurde durch die Renovierungsarbeiten an der Seilbahn durchkreuzt. Als wir frustriert, wieder so einen Tag in so einer Stadt zu verbringen durch die Straßen gingen, fiel uns ein Reisebüro ins Auge. Wir buchten kurzerhand einen Flug von Iguazu nach Buenos Aires. Wir müssen also am 1.Mai hin...
Am Abend weint FLo ganz fürchterlich. Jetzt ist mir alle klar. Es kommen wieder Zähne. Wir nehmen das Angebot des Campingplatzbesitzers an und ziehen in eine Hütte um.
Ein wirklich schöner Wald. Flo findet es auch sehr spannend hier und will die ganze Zeit selber gehen. Leider haben wir wieder vergessen, wie langsam wir vorankommen. 12km am Tag mit Flo sind gar kein Problem, wenn man in der Früh los geht... Wir sind aber erst um 14 Uhr los... Ich hab dann wieder Stress gekriegt, weil es um 19 Uhr finster wird und sobald die Sonne weg ist, wird es hier wirklich kalt, wie wir ja schon am eigenen Leib erfahren haben. Wir dachten immer wenn Flo dann schläft, dann werden wir eben schnell gehen. Hm... Flo schlief aber nicht... Im endeffekt, haben wir uns natürlich um sonst gestresst. Unsere Tochter war wie immer superklasse! Sie wollte zwar wirklich oft selber gehen, aber sie ließ sich dann auch immer wieder in die Trage setzten und unterhalten. Roman hat ihr auch eine Karotte gebastelt, die sie nicht verlieren kann. Er hat ein Loch gebohrt und sie an einer Zahnseide aufgehängt. Das half.Die Naturparks hier faszinieren mich. Jeder Wald hat eine andere Stille. In Uhuaia war das Nichts. In Calafate hörte man das Knirschen des Gletschers und das Donnern wenn ein großes Stück Eis ins Wasser kracht. In Esquel hörte man Wasser. Und hier summt der Wald.
Nachdem wir endlich das Ende erreicht haben, dass noch mit einem Mirador und dazugehörigen hundert Höhenmetern gewürzt war wollten wir unbedingt was trinken, uns ist nämlich das Wasser ausgegangen. Leider waren alle Klos am Eingang gesperrt aber das ist ja nichts wirklich neues.Alternativ hatte Karin beschlossen ihre Zehen ins Wasser zu halten. Nachdem die Duschen zwar warm aber unbeheizt waren hatte ich mir gedacht ich kann gleich hier reinspringen. Gesagt, getan und es war garnicht so schlimm kalt. Am Strand war noch eine Gruppe Argentinier mit einem kleinen Hund, die Flora garnicht beachteten als sie gekommen ist um ihn anzusehen. Da hab ich gleich Heimweh bekommen.
